Sanduhr

Unsere Lebenszeit wird individuell von vielen Ereignissen geprägt. Die Menge der gesammelten Ereignisse und Erinnerungen steuert quasi das subjektive zeitempfinden. Jeder kennt die Worte an Silvester, das das letzte Jahr so schnell vorüber ging. Der Eindruck entsteht, weil so viel passiert ist. Wir erinnern uns an besondere Ereignisse und nicht an die Zeit dazwischen. Und je mehr besondere Ereignisse waren, umso kürzer wird die Zeitspanne eingeschätzt.

Wenn man also jung ist, dann erlebt man so viele neue Dinge, dass die Zeit als länger wahrgenommen wird – denn irgendwie müssen diese vielen Dinge ja in die Zeit „hineinpassen“.
Als Erwachsener ist man etwas abgestumpfter. Die Dinge sind nicht mehr ganz so aufregend und neu – also wenige erinnerungswerte Erlebnisse, somit kann es ja auch nicht lange gedauert haben - die Zeit wirkt also kürzer.

Nun kommt das Gehirn hinzu: Je mehr dieses beschäftigt ist, desto schneller vergeht subjektiv gefühlt die Zeit. Tut man dagegen wenig, also beim Warten zum Beispiel, dann vergeht die Zeit subjektiv langsamer.

Stellen Sie sich eine Haltestelle vor. In 10 Minuten kommt Ihr Bus. Sie warten, es wird langweilig, nichts passiert. In diesem Moment kommt Ihnen die Zeit wie Gummi vor. Sind Sie dann allerdings im Bus und denken an die Wartezeit zurück, dann kommt Ihnen diese gar nicht mehr so lang vor.

Andersherum funktioniert es genauso. Kommt uns die Zeit bei Tätigkeiten erst einmal kurz vor, weil man beschäftigt ist, wirkt sie im Nachhinein in der Erinnerung umso länger. Man kann also sagen: Je mehr wir zu tun haben, desto länger kommt uns im Nachhinein die Zeit vor. So erklärt sich auch, dass die Zeit in der Jugend im Nachhinein als lang erscheint, da viele Eindrücke verarbeitet werden mussten.