Veröffentlicht
24.01.2013 | 15:00
Erst eisig kalt und dann? Über dem Atlantik machen sich schon Tiefs startklar, um sich in den nächsten Tagen gegen die Kälte zu stemmen. Ein Kampf der Giganten steht und bevor - und wir mittendrin!
Diejenigen, die der kalten Witterung nichts abgewinnen
können, warten sicherlich jeden Tag darauf, wann es im Thema des Tages endlich
mal um eine Wetterumstellung geht. Die Winterfreunde haben diesem Tag indes mit
Graus entgegen gesehen. Und nun ist es soweit, heute soll es genau darum gehen.
Am Wochenende wird der Kampf eröffnet. Die beiden
Gegenspieler sind die kalte Festlandsluft, die sich bis zum Samstag noch weiter
abkühlen kann und auf der anderen Seite die milden Luftmassen, die über dem
Atlantik lauern.
Durch die vielfach bedeckten Nächte hatte es die Kaltluft
bisher recht schwer, größere Geschütze aufzufahren. Da in den Folgenächten die
Wolkendecke aber zunehmend Lücken bekommt, wird sich das Kaltluftreservoir aber
noch intensivieren. Insbesondere in der Nacht auf Samstag wird es in vielen
Regionen eine klare Nacht geben, sodass dann verbreitet -15 bis -8 Grad
erwartet werden. In ungünstigen Lagen sind sicherlich auch die -20 Grad in
Reichweite.
Dieses Kaltluftbollwerk liegt nun erst einmal über Mitteleuropa
und Deutschland. Dagegen muss der Atlantik mit seinen milden Luftmassen nun
ankämpfen. Das Problem: Kalte Luft ist schwerer als warme. Es ist also
außerordentlich schwierig für den milden Atlantik diese einfach zu verdrängen.
Die Übermacht der Kaltluft scheint mächtig. Sie ist zäh und hartnäckig wie
angebrannte Milch auf dem Herd. Um diese weg zu bekommen reicht auch nicht
einfach warmes Wasser. Da muss man schon schwerere Geschütze auffahren.
Der Atlantik beginnt nun aber seine Truppen zusammen zu
sammeln. So führen große Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd zur
Entwicklung von kräftigen Sturmtiefs auf dem Nordatlantik. Diese haben nun den
Auftrag gegen das Kaltluftbollwerk anzukämpfen.
Ein erstes Tief, dass einen Kerndruck von unter 975 hPa
haben soll, macht den Anfang. Seine Ausläufer werden im Laufe des Samstages den
Westen Deutschlands erreichen. Sie prallen aber quasi an der Kaltluft ab. Aus
jetziger Sicht bringen sie dem Westen dichtere Wolken und vielleicht ein paar
Schneeflocken. Die kalte Luftmasse können sie jedoch nicht verdrängen. Aber
immerhin eine kleine Schwächung des Gegners wird damit erreicht. Es ist die
Taktik der kleinen Nadelstiche, die der Atlantik gegen den übermäßigen kalten
Gegner fährt, um ihn zu besiegen.
Das erste Tief soll dabei nur eine Ablenkung sein. In
seinem Schatten befindet sich ein noch viel kräftigeres Exemplar. Dieses bildet
sich bereits am Freitag südlich von Neufundland. Nach aktuellen Berechnungen
soll der Kerndruck des Tiefs bis auf 930 hPa (!) sinken.
Es handelt sich also wirklich um ein ausgesprochen
kräftiges Tiefdruckgebiet, das einen ganz anderen Gegner für die Kaltluft
darstellt.
Die Ausläufer dieses nach Island ziehenden Orkantiefs
werden für Sonntag erwartet. Dann sollen dichte Wolken mit Niederschlag bis zur
Mitte voran kommen und sich in der Nacht auf Montag auch bis in den Osten
ausbreiten. Anfangs ist auch noch Schnee dabei. Bald geht der Niederschlag aber
in die flüssige Phase über. Aufgrund der gefrorenen Böden ist dann wieder verbreitet
mit erheblicher Straßenglätte zu rechnen.
Tief 2 wird den kalten Gegner deutlich schwächen und kann
in großen Teilen Deutschlands einen Teilerfolg verbuchen. Am längsten hält sich
die Kaltluft noch im Südosten, aber auch dort wird sie mit immer neuen
atlantischen Vorstößen nach und nach verdrängt.
Auch wenn es noch Unsicherheiten über die Nachhaltigkeit
des Warmluftdurchbruches gibt, so wird sich der Winter wohl in großen Teilen
Deutschlands vorübergehend verabschieden. Weit weg wird die Kaltluft aber noch
nicht verdrängt. Es ist zu bezweifeln, dass sie die Schmähungen des Atlantiks
auf sich sitzen lässt. Sie wird sich sicher im Geheimen sammeln und bestimmt
noch mal versuchen zurück zu schlagen.
dwd/öt