Völlig benebelt

Veröffentlicht: So 18.11. | 08:50 Uhr - Redaktion Völlig benebelt

Denn wer sich nicht gerade in den Hochlagen der Mittelgebirge und der Alpen, in den Leegebieten der Gebirge oder im Nordwesten aufgehalten hat, der hat oft nur ein Einheitsgrau am Himmel zu sehen bekommen.

Grund für diese Nebel- bzw. Hochnebellage ist eine feuchtkalte Grundschicht, die sich in der vergangenen Zeit etablieren konnte. Erschwerend kam hinzu, dass sich vielerorts eine Inversion herausgebildet hatte und dadurch die Atmosphäre nicht durchmischt werden konnte. Noch dazu hat die Sonne um diese Jahreszeit wegen ihrer geringeren Höhe nicht mehr so viel Kraft wie im Sommer und vermag den Nebel nicht "wegzuheizen", sondern "knabbert" ihn nur am Rand an.

Was aber ist überhaupt Nebel und wie entsteht er?
Nebel ist nichts anderes als eine Wolke, die am Boden aufliegt und besteht daher aus kleinen Wassertröpfchen, die eine Größe von 0,01 bis 0,02 mm, bei dichtem Nebel auch bis 0,04 mm besitzen. Die Bezeichnung Nebel wird dann verwendet, wenn die Sichtweite unter 1 km absinkt und die relative Luftfeuchte nahe 100 % liegt. Liegt die Sicht zwischen 1 und 8 km und die relative Luftfeuchte bei 80 % oder mehr, spricht man üblicherweise von feuchtem Dunst.
 
Zunächst einmal müssen für die Entstehung von Nebel sogenannte Kondensationskerne in der Luft vorhanden sein. Dabei handelt es sich um schwebende Teilchen, wie beispielsweise Ruß oder Staubkörner, an denen sich der in der Luft befindliche Wasserdampf zur Kondensation anlagern kann. Nebel kann sich auf unterschiedliche Weise bilden: durch Abkühlung der Luft unter den sogenannten Taupunkt (Temperatur, bei der ein Gleichgewicht zwischen Kondensation und Verdunstung herrscht), bei Zunahme des Wasserdampfgehaltes durch Verdunstung oder durch Mischung von feuchtwarmer mit kalter Luft. Dabei ist auch eine Kombination der genannten Prozesse möglich. Entsprechend lassen sich drei Nebeltypen ableiten, die in weitere Nebelarten unterteilt werden können.

Der sogenannte Abkühlungsnebel entsteht, wenn sich die bodennaheLuftschicht unter den Taupunkt abkühlt. Kalte Luft kann wenigerWasserdampf aufnehmen als warme. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt also. Kühlt sich die Luft nun weiter ab, setzt beim Unterschreitendes Taupunktes Kondensation ein. Das kann infolge nächtlicher Ausstrahlung des Bodens, Heranführens (Advektion) feuchtwarmer Luftüber einen kalten Untergrund oder durch Hebung der Luft an einemBerg/Gebirge geschehen. Entsprechend unterscheidet man alsNebelarten: Strahlungsnebel, Advektionsnebel und orografischen Nebel.

Verdunstungs- oder auch Dampfnebel bildet sich häufig bei der Verdunstung über einer freien Wasserfläche. Je nach Gewässer
differenziert man Seerauch, Meerrauch, Flussrauch. Verdunstet über diesen Gewässern das Wasser, wird die sich unmittelbar darüber befindliche Luftschicht kräftig mit Wasserdampf angereichert. Die damit verbundene Übersättigung führt zur Kondensation.
 
Mischungsnebel entsteht, wenn sich Luft abkühlt und sich gleichzeitig ihr Wasserdampfgehalt erhöht. Dies geschieht vor allem im Bereich von Fronten, wo eine turbulente Durchmischung feuchtwarmer mit kalterLuft geschieht. Für die zusätzliche Feuchte sorgt die Verdunstung des mit der Front verbundenen Niederschlags.

Der nebelreichste Ort Deutschlands ist übrigens der höchste Gipfel des Harzes, nämlich der Brocken. Im Jahr 1958 gab es hier an 330 von 365 Tagen Nebel.
(DWD/sw)


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