Unwetter fordern Todesopfer - Blitz tötet 3 Frauen

Veröffentlicht: Sa 30.07. | 22:47 Uhr - Redaktion
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Unwetter fordern Todesopfer - Blitz tötet 3 Frauen

Drei Frauen sind am Freitagnachmittag auf dem Gelände von einem Blitzschlag getötet worden, eine vierte erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Die Frauen im Alter von 41, 50, 66 und 67 Jahren seien gerade auf der siebten Bahn unterwegs gewesen, als das heftige Unwetter aufzog, sagt Polizeisprecher Jörg Virnich. Unweit davon entfernt hätten deren Ehemänner auf einem anderen Grün gespielt. Unter einer Holzhütte in exponierter Lage über dem Edersee hätten die Frauen sich untergestellt. Ausgerechnet dort aber schlugen kurz nach 17 Uhr gleich zwei Blitze ein - einer in einen Baum, keine zwei Meter neben den Frauen, einer direkt ins Dach der Schutzhütte.

Ehemänner mussten Unglück mit ansehen

"Drei der Frauen waren sofort tot, die 50-Jährige musste mit einem Hubschrauber in eine Kasseler Klinik geflogen werden. Ihr Zustand scheint lebensbedrohlich", sagt Polizeisprecher Virnich. Nach allem, was er derzeit wisse, hätten die Ehemänner den Unfall mit ansehen müssen und selbst den Notruf abgesetzt.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Nachmittag immer neue Unwetterwarnungen für weite Teile Hessens herausgegeben, darunter auch für den von dem Unglück betroffenen Kreis Waldeck-Frankenberg. In dieser bis 16.30 Uhr befristeten Warnung war von schwerem Gewitter mit heftigen Sturmböen, heftigem Starkregen und Hagel die Rede.

Menschliche Reaktion

Holzsplitter und Grasbüschel liegen mehrere Meter weit entfernt rings um die Unglücksstelle zerstreut. "Daran kann man sehen, wie enorm die Wucht gewesen sein muss", sagt Virnich. Auch er wirkt ergriffen von der Tragödie. Es sei wohl eine menschliche Reaktion, sich unterzustellen, ohne darauf zu achten, dass die Hütte fast am höchsten Punkt des Golfplatzes steht, sagt der Polizist. Dabei wäre es ratsam gewesen, ins Tal zu laufen und die Handys auszuschalten. Diese könnten wegen der Strahlung anziehend auf die Blitze gewirkt haben.

Auch in Westhessen kommt es zu Unwettern mit Blitzschlag. Dabei wird in Rüdesheim am frühen Nachmittag ein Dachdecker verletzt. Der 32-Jährige wird auf einem Gerüst vom Blitz getroffen, wie Augenzeugen berichten. Verletzt wird auch die 73-jährige Besitzerin eines Nachbarhauses. Die Frau hat den Blitzeinschlag und das beginnende Feuer im Dachstuhl ihres Hauses noch selbst telefonisch der Polizei gemeldet. Die Feuerwehr bringt sie dann mit einer Rauchvergiftung zur Untersuchung ins Krankenhaus. Ihr gehbehinderter 79 Jahre alter Ehemann kann unverletzt aus dem Haus gerettet werden. Der Blitzschlag legt nach den Angaben des Polizeipräsidiums Westhessen in Wiesbaden im gesamten Umkreis für kurze Zeit alle Telefone lahm.

Auf dem Golfplatz im nordhessischen Waldeck hätte eigentlich am Wochenende ein großes Turnier stattfinden sollen. Das ist abgesagt und auch für andere Gäste bleibt die Anlage vorerst geschlossen.
 
Sturmböen: Dutzende Feuerwehreinsätze in der Prignitz


Umgeknickte Bäume und Dachschäden: Wegen Sturmböen in der Prignitz ist die Feuerwehr am Freitagabend Dutzende Male ausgerückt. Die meisten Einsätze gab es in den beiden Bereichen Groß Pankow und Pritzwalk, wie ein Feuerwehrsprecher auf dapd-Anfrage sagte. Innerhalb von zwei Stunden wurden rund 50 Einsätze registriert. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

Im Raum Groß Pankow lösten sich wegen der Gewitterfront Aluminiumteile von einem Turm, zudem gab es zahlreiche Dachschäden, wie der Feuerwehrsprecher hinzufügte. In beiden Bereichen entwurzelten oder knickten Bäume um und behinderten den Verkehr auf Landes- und Ortsverbindungsstraßen. 
 

Unwetter zieht Sperrung auf Bahnstrecke Berlin-Hamburg nach sich
 

Eine Teilsperrung der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg hat am Freitag für Verspätungen und Ausfälle im Fern- und Regionalverkehr gesorgt. Betroffen war der Abschnitt zwischen Brahlstorf und Schwanheide im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, wie ein Bahnsprecher auf dapd-Anfrage sagte. Die Sperrung sollte voraussichtlich erst am frühen Samstagmorgen mit Betriebsbeginn wieder aufgehoben werden.

Die Fernverkehrszüge wurden am Abend dem Sprecher zufolge über Stendal in Sachsen-Anhalt umgeleitet. Im Regionalverkehr fielen sogar Züge aus. Betroffen war die Linie RE 1. Reisende mussten zwischen Pritzier und Büchen in Schleswig-Holstein in Busse umsteigen.

Ein Unwetter war Auslöser für die Beeinträchtigungen. An mehreren Stellen stürzten Bäume auf die Oberleitungen, wie der Sprecher hinzufügte. Die Strecke ist mittlerweile wieder frei.

 
dapd/öt

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