Unwetter bringen erhebliche Schäden

Veröffentlicht: Mi 28.09. | 08:56 Uhr - Renate Molitor
Diese Infos jetzt teilen:
Unwetter bringen erhebliche Schäden

Ernsthaft verletzt wurde aber niemand, wie die Polizeistellen der Länder am Freitag auf dapd-Anfrage sagten. Allein in Köln zählte die Feuerwehr mehr als 350 Einsätze. So retteten die Einsatzkräfte unter anderem eine Frau, die in ihrer Souterrainwohnung von den Wassermassen eingeschlossen wurde. Wegen eines umgestürzten Baumes kam es im Bahnverkehr zwischen Bochum und Essen zu Verzögerungen. Drei Jugendliche retteten in Dortmund einen 67-jährigen Autofahrer aus seinem von Wassermassen eingeschlossenen Wagen.
 
3.000 Passagiere saßen am Frankfurter Flughafen fest
Am Frankfurter Flughafen kam es zu zahlreichen Behinderungen: 27 Flüge fielen am Donnerstagabend aus, 3.000 Passagiere mussten über Nacht in Frankfurt bleiben, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Freitag auf dapd-Anfrage sagte. 28 Flieger wurden auf andere Flughäfen umgeleitet. 24 Starts wurden vorsorglich annulliert.
 
In Bayern schlug ein Blitz in einem Haus in der Oberpfalz ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig retten. Am Allgäu-Airport in Memmingen richtete ein heftiger Sturm Schäden in Höhe von mindestens 300.000 Euro an. Am Donnerstagabend stürzten bei orkanartigen Sturmböen große Teile des Daches des Verwaltungsgebäudes ein. Menschen kamen nicht zu Schaden. Zwei Flüge mussten umgeleitet werden.
 
Autobahn 72 überflutet
In Sachsen-Anhalt führten die heftigen Regenfälle am Donnerstag in einigen Landstrichen zu überfluteten Straßen und Kellern. In Thüringen wurden vereinzelt Bäume entwurzelt. Außerdem liefen auch hier Keller voll. Auch in Sachsen wurden Straßen geflutet, Bäume umgeknickt und Gullideckel aus ihren Verankerungen gepresst, wie Polizeisprecher sagten. In Westsachsen fielen vereinzelt Bäume auf Autos. Auf der Autobahn 72 kam der Verkehr in Richtung Chemnitz streckenweise zum Erliegen. Hier stand das Wasser teilweise bis zu 30 Zentimeter hoch.
 
In Niedersachsen war vor allem Braunschweig betroffen. Hier mussten zahlreiche Keller leer gepumpt werden. Besondere Probleme bereitete ein durch den Regen übergelaufener Heizöltank. Mehrere Hundert Liter eines Öl-Wasser-Gemisches gelangten in Gewässer und mussten beseitigt werden. Zahlreiche Schäden wurden auch in Rheinland-Pfalz gemeldet. Im ganzen Land knickten zudem Bäume um.
 
Brände durch Blitzschläge
In Baden-Württemberg war die Rheintalstrecke der Deutschen Bahn zeitweise gesperrt, weil ein Zug gegen einen umgestürzten Baum auf den Gleisen gefahren war. Der Zug konnte seine Fahrt nach kurzer Zeit aber wieder fortsetzen. In Rechtenstein im Alb-Donau-Kreis stürzte eine Hauswand infolge des Unwetters am Donnerstagabend ein. Bei heftigen Regenfällen lief Wasser in das Haus, der Druck brachte eine Wand zum Einsturz. Der Bewohner war zum Zeitpunkt des Einsturzes nicht im Haus. Das Gebäude ist einsturzgefährdet. Zwei Scheunen in Wittighausen gerieten nach Blitzeinschlägen in Brand.
 
Auch in Berlin schlug ein Blitz in das Dach eines Hauses im Stadtteil Kaulsdorf ein. Der Brand sei aber schnell gelöscht worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Vor allem im Südosten der Stadt sorgte das Unwetter für Wasserschäden. Wegen des Unwetters musste ein Konzert auf dem Gendarmenmarkt in Mitte abgebrochen werden. Darüber hinaus konnten fünf Flugzeuge nicht in Tegel landen. In Brandenburg brannten nach einem Blitzschlag eine Scheune und ein Haus. In Senftenberg war auch der Keller einer Polizeiinspektion vollgelaufen.
Eine Wetterveränderung ist vorerst nicht in Sicht: Es bleibt auch in den kommenden Tagen schwülwarm und gewittrig, wie der Deutsche Wetterdienst am Freitag mitteilte. Auch mit Hagel müsse gerechnet werden. (sw)

Diese Infos jetzt teilen:
Zur News-Übersicht News
Nach oben scrollen