Der Mediziner empfiehlt, nicht einfach loszustürmen, sondern es langsam und behutsam anzugehen. "Man sollte zunächst langsam beginnen, damit sich der Körper auf die Kälte einstellen kann", rät Sonntag, Beiratsmitglied der Deutschen Herzstiftung. "Als Faustregel gilt, dass der Puls zwar ansteigen soll, man sich aber noch gut unterhalten kann." Bei wirklich extremer Kälte könne es sinnvoll sein, die Bewegungseinheit in die Turnhalle zu verlegen und vielleicht einen Aerobic-Kurs zu besuchen, ein paar Bahnen im Hallenbad zu schwimmen oder auf den Hometrainer umzusteigen.
Der Blick aufs Thermometer allein ist nicht entscheidend. "Es kommt nicht unbedingt auf die tatsächliche Temperatur an, sondern oft mehr auf die gefühlte Kälte", sagt Sonntag. Bewegung bei drei bis fünf Grad unter null könne bei Gegenwind deutlich unangenehmer sein als an einem klaren windstillen Wintertag bei minus fünf bis zehn Grad. "Sinkt die Temperatur aber in den zweistelligen Minusbereich, sollte körperliche Belastung vermieden oder auf ein Mindestmaß reduziert werden", sagt Sonntag. Denn das Problem an der Kälte sei, dass sich sowohl die Herzkranzgefäße als auch die peripheren Gefäße verengen können und das Herz gegen einen größeren Widerstand anpumpen müsse. Aber mit Umsicht stehe dem Sport im Winter nichts im Wege.

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