Veröffentlicht
09.02.2013 | 14:07
Erneut gab es wegen der kräftigen Schneefälle am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag chaotische Verhältnisse auf deutschen Straßen. Was so alles los war, können Sie hier nachlesen...
Ein Toter bei Glätteunfall - Schneekettenpflicht für Lkw
Starker Schneefall hat in Teilen Baden-Württembergs am Samstag zu starken Verkehrsbehinderungen geführt. Auf glatten Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen mit Blechschäden und Verletzten, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Auf der Bundesstraße 27 bei Walddorfhäslach (Landkreis Reutlingen) kam am Morgen ein Autofahrer ums Leben, als er nach einem Überholvorgang vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit auf glatter Straße die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Sein Auto geriet ins Schleudern und raste gegen eine Leitplanke. Obwohl er angegurtet war, wurde der 69-Jährige aus dem Auto geschleudert. Er starb noch an der Unfallstelle.
Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald rief die Polizei wegen der angespannten Verkehrslage am Samstag dazu auf, nach Möglichkeit ganz auf das Auto zu verzichten. Die Landesstraße 126 zwischen Oberried und Notschrei durfte von Lastwagen nur noch mit Schneeketten benutzt werden. Auf der Autobahn 5 bei Freiburg kamen mehrere Autos durch Glätte von der Straße ab.
Auf der Bundesstraße 36 bei Kehl geriet ein mit Obst und Gemüse voll beladener Lkw am Samstag bei einem Bremsmanöver auf glatter Fahrbahn ins Rutschen, kollidierte mit einem Auto und stürzte um. Der Fahrer wurde von Ersthelfern aus seinem Führerhaus verletzt. Die B 36 zwischen Marlen und Kehl musste voll gesperrt werden.
Auch weitere Autobahnen vom Schneechaos betroffen
Auf der Autobahn 72 nahe Hof blieben an den Steigungen des Saaleaufstiegs immer wieder Lastwagen liegen und blockierten teilweise beide Fahrspuren. Es bildeten sich kilometerlange Staus. Erst nach Stunden konnten Polizei, Autobahnmeisterei und Technisches Hilfswerk den Verkehrsfluss soweit herstellen, dass ein geordneter Räum- und Streudienst möglich war.
Heftige Schneefälle verwandelten am Freitag auch die Autobahn 73 zwischen Eisfeld und Lichtenfels innerhalb kürzester Zeit in eine Rutschbahn. Auf der glatten und schneebedeckten Straße kam es zu fünf Unfällen durch zu hohe Geschwindigkeit. Verletzt wurde niemand.
In Unterfranken führte der Wintereinbruch von Freitagnachmittag bis Samstagmorgen zu rund 100 Unfällen mit insgesamt elf Verletzten. Eine Frau, die in Würzburg von einem Pkw angefahren worden war, wurde schwer verletzt. Starker Schneefall behinderte unter anderem den Verkehr auf der Autobahn 3 bei Waldaschaff. Dort ereigneten sich in der Nacht auch die meisten Verkehrsunfälle. Auf der Bundesstraße 26 zwischen Bischborner Hof und der Abzweigung Rothenbuch ging stundenlang nichts mehr. Dort waren auf spiegelglatten Fahrbahnen 15 Fahrzeuge hängengeblieben. Es kam zu mehreren Unfällen. Die B 26 musste für eine Stunde gesperrt werden.
Linienbus kracht in Wartehäuschen
Heftiger Schneefall und Glätte haben am Freitagnachmittag in Westsachsen zu unzähligen Unfällen geführt. Wie die Polizei in Zwickau am Samstag mitteilte, krachte es am Nachmittag bis zum frühen Abend mindestens 50 Mal. Dabei wurden insgesamt neun Personen leicht und eine Person schwer verletzt.
In Limbach im Vogtland raste ein 29-Jähriger gegen eine Hauswand, nachdem er an einem Berg sein Fahrzeug zu stark abbremste und ins Schleudern geriet. Es entstand ein Sachschaden von rund 11.000 Euro.
Großes Glück hatte eine junge Frau, die am Freitagnachmittag in Zwickau auf einen Bus wartete. Beim Einbiegen in die Haltebucht verlor der Fahrer des Linienbusses die Kontrolle über sein Fahrzeug und krachte in das Wartehäuschen. Die 20-Jährige reagierte geistesgegenwärtig und rettete sich mit einem Sprung über die Sitzgruppe in Sicherheit. Die Frau zog sich nur leichte Verletzungen zu, den Sachschaden schätzte die Polizei auf rund 15.000 Euro.
Horrorszenario auf dem Weg ins Wochenende: Neuschnee, Glätte und
querstehende Lkws sorgten am Freitagabend auf der A 9 zwischen Lederhose
und Rudolphstein in Thüringen für einen Mega-Stau.Wie die Autobahnpolizei in Hermsdorf am Samstag mitteilte, staute sich der Verkehr auf dem Abschnitt in Richtung Nürnberg zeitweise auf bis zu 40 Kilometer. Hunderte Autofahrer mussten die Nacht im Schneetreiben auf der Autobahn verbringen. Bei Temperaturen um Minus fünf Grad versorgten Feuerwehr und das Technisches Hilfswerk die Festsitzenden mit heißen Getränken und Decken. Nach Polizeiangaben löste sich der Stau erst am frühen Samstagmorgen auf.
20 Verletzte und mehr als 20 beteiligte Fahrzeuge sind die Folge einer Unfallserie auf der Autobahn 980 bei Sulzberg im Landkreis Oberallgäu. Nach einem Unfall mit drei Wagen am Freitagnachmittag sei es zu mehreren Auffahrunfällen gekommen, teilte die Polizei mit. Schwer verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge aber niemand.
Als Unfallursache wird plötzlich einsetzender Schneeregen vermutet. Der Schaden liegt den Angaben zufolge im sechsstelligen Bereich. Die Autobahn wurde vom Autobahndreieck Allgäu in Richtung Lindau bis zur Anschlussstelle Durach gesperrt. Die Strecke war bis in die Nacht zum Samstag dicht.