In Niedersachsen war besonders der Westen von dem Wintereinbruch betroffen. Im Gebiet der Polizeidirektion Oldenburg ereigneten sich binnen sechs Stunden etwa 30 Verkehrsunfälle. Dabei wurden drei Menschen leicht verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte. Auf der Autobahn 1 bei Oyten (Landkreis Verden) fuhr ein mit vier Personen besetztes Auto in ein Streufahrzeug. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Unfallverursacher war ein 18-jähriger Fahranfänger.
Gesperrt werden mussten kurzzeitig mehrere Autobahnen. Auf der Autobahn 27 bei Verden wurde der Verkehr wegen eines Lkw-Unfalls in Fahrtrichtung Hannover für einige Stunden gestoppt. Das Fahrzeug war in die Leitplanke gerutscht. Der 62-jährige Fahrer blieb unverletzt. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 100.000 Euro.
Ebenfalls gesperrt werden musste die Autobahn 1 bei Bramsche (Landkreis Osnabrück) nach vier Unfällen innerhalb weniger Minuten auf einer vereisten Brücke. Ein 29-jähriger Mann wurde den Angaben zufolge schwer verletzt. Der Gesamtschaden lag bei 70.000 Euro. Der Verkehr staute sich auf bis zu sechs Kilometer Länge.
Im ostfriesischen Groß-Midlum landete ein Großraumtaxi bei Schneeglätte wegen überhöhter Geschwindigkeit im Straßengraben. Der 41-jährige Taxifahrer wurde leicht verletzt, an seinem Fahrzeug entstand Totalschaden. Fahrgäste waren nicht an Bord. In Norden (Landkreis Aurich) durchbrach ein 19-Jähriger mit seinem Auto einen Gartenzaun. Der junge Mann war kurz wegen seiner aggressiven Fahrweise der Polizei aufgefallen und zur Besonnenheit ermahnt worden.
Schneefall und Eisglätte machten auch den Autofahrern in Schleswig-Holstein zu schaffen. Im Kreis Rensdsburg-Eckernförde und der Stadt Neumünster kam es zu insgesamt 32 Verkehrsunfällen. Drei Menschen wurden leicht verletzt. Aus den Kreisen Bad Segeberg und Pinneberg meldete die Polizei fünf Unfälle mit Leichtverletzten und 33 mit Blechschäden.
In der Region um Lübeck ereigneten sich laut Polizei in wenigen Stunden etwa 20 Verkehrsunfälle, ebenfalls ohne Verletzte. Auf der Autobahn 1 kam es zu starken Verwehungen. Autobahnen oder Bundesstraßen mussten jedoch nicht gesperrt werden. "Zum Glück hatten wir keinen Berufsverkehr", sagte ein Polizeisprecher in Kiel.
In Hamburg registrierte die Polizei seit Mitternacht insgesamt 47 wetterbedingte Verkehrsunfälle mit Blechschäden. Der Winterdienst der Stadtreinigung war seit Samstagnachmittag zunächst mit 110 Streufahrzeugen im Einsatz. Am Sonntagmorgen rückten weitere 270 Fahrzeuge mit 900 Einsatzkräften aus.
Schneeräumdienste waren auch für die Deutsche Bahn im Einsatz. Wetterbedingte Zugausfälle habe es aber nicht gegeben, sagte eine Bahnsprecherin in Hamburg.
Berlin: 10 cm
Vielen Dank an Ronald Porschke.
Auch in der Region um Lübeck ereigneten sich laut Polizei in wenigen Stunden etwa 20 Verkehrsunfälle, ebenfalls ohne Verletzte. Auf der Autobahn 1 kam es zu starken Verwehungen. Autobahnen oder Bundesstraßen mussten jedoch nicht gesperrt werden. Auch in Hamburg registrierte die Polizei mehrere wetterbedingte Unfälle mit Blechschäden.
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor teils kräftigen Schneefällen am Sonntag. Dabei seien bis zu zehn Zentimeter Neuschnee innerhalb von zwölf Stunden möglich, nordöstlich der Elbe könnten es sogar bis zu 15 Zentimeter werden. Dabei verbreitet Glätte. Für die Küsten werden Schneeverwehungen und Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometer pro Stunde vorausgesagt.
In weiten Teilen Norddeutschlands sei bis Sonntagabend Neuschnee um 10 Zentimeter, im Nordosten Niedersachsens sogar bis 25 Zentimeter möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst in Hamburg mit.
Zusammen mit dem kräftigen Wind seien Schneeverwehungen zu erwarten, die auch unwetterartig ausfallen könnten. An der Ostsee besteht den Angaben zufolge ab Sonntagmorgen die Gefahr einzelner schwerer Sturmböen bis Windstärke zehn. Auf den Straßen im gesamten Norden müsse zudem mit Glatteis gerechnet werden.
Der Winterdienst der Hamburger Stadtreinigung bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen Großeinsatz am Abend und am Sonntag vor. Gestreut werden sollten zunächst die Hauptverkehrsstraßen sowie Strecken mit Buslinienverkehr.
Verursacht wird das Winterwetter nach Angaben des Hamburger Instituts für Wetter- und Klimakommunikation durch das Zusammentreffen zweier sehr unterschiedlicher Luftmassen über Norddeutschland. Die über Nordosteuropa liegende Kaltluft arktischen Ursprungs trifft auf milde Luftmassen, die aus Südwesteuropa heranziehen
(db)

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