Entscheidend dafür war nicht nur, wie viel Schmelzwasser in den Atlantik strömte, sondern auch, wo dies geschah, sagen US-Forscher nach der Simulation dieser Ereignisse. Sie zeigt, dass das Schmelzwasser nicht wie gedacht am Sankt-Lorenz-Strom in den Atlantik floss, sondern weiter nordwestlich. Nur dann schwäche der Süßwasserzufluss die wärmende Meeresströmung, berichten die Forscher im Journal "PNAS". "
Vor 12.900 Jahren waren die Arktis und Teile Nordamerikas von einem Eisschild bedeckt, er stammte noch aus der abklingenden Eiszeit. Schmelzwasser sammelte sich in großen Gletscherseen am Südrand. Als der Eisdamm eines dieser Seen brach, strömten Tausende Kubikkilometer Süßwasser in den Atlantik. Dieser Zufluss verringerte den Salzgehalt des Meerwassers und seine Dichte und verhindert so, dass im Nordatlantik salziges und damit dichteres Wasser in die Tiefe sank. Dadurch konnte warmes Wasser aus dem Süden nicht mehr nachströmen – die für das Klima wichtige Zirkulation im Nordatlantik brach zusammen.
Das Schmelzwasser kann aber nicht über den Sankt-Lorenz-Strom in den Atlantik geflossen sein, dieser liegt zu weit südlich, das Wasser verteilt sich von hier aus nicht nordwärts. Vielmehr floss das Schmelzwasser 4000 Kilometer weiter nordwestlich über den Mackenzie River in die Arktis.


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