Sanddünen in der Sahara
Diese Luft ist angereichert mit Saharastaub. Im Durchschnitt gelangt 5- bis 15-mal innerhalb eines Jahres Saharastaub bis Mitteleuropa. Dabei werden in der Sahara die Staubpartikel durch starke Winde in die Höhe gewirbelt und dann mit einer kräftigen Höhenströmung über weite Strecken transportiert. Pro Jahr werden dabei etwa 1 Milliarde Tonnen Staub verblasen. Die Sahara bildet somit die größte Quelle von Mineralstaub auf der Erde, der etwa 50 % der Staubpartikel in der Atmosphäre ausmacht.
 
Wüstenstaub besteht größtenteils aus Quarz (Sand) und hat Einfluss auf das Klimasystem. Er beeinflusst die Sonneneinstrahlung sowie die Wolken- und Niederschlagsbildung. Doch nicht nur für das Wetter und Klima sind diese Staubpartikel von Bedeutung, sie wirken zudem als Düngemittel für Pflanzen. Zum Beispiel wird durch den Mineralstaub aus der Sahara das Plankton in den Ozeanen gedüngt. An der Südflanke des subtropischen Hochdruckgürtels wird der Saharastaub sogar bis in den südamerikanischen Urwald transportiert, wo er der dortigen Pflanzenwelt wertvolle Nährstoffe liefert.
 
Am Leibnitz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig wird Saharastaub gemessen und dessen Auswirkungen auf das Klimasystem erforscht (www.tropos.de). Erfasst wird der Staub mittels eines sogenannten LIDARs (Light Detection And Ranging). Dabei wird ein gepulster Laserstrahl in die Atmosphäre geschossen und die Rückstreuung an den Staubpartikeln detektiert.
 
Bei starken Ausbrüchen lässt sich Saharastaub auch in der Atmosphäre an einer milchig weißen Trübung des Himmels erkennen. Besonders gut erkennt man Saharastaub bei Sonnenauf- und -untergängen. Denn dann erscheint die Sonne durch die gleichmäßige Streuung an den Staubpartikeln weiß anstatt rot. Meist hält sich die Staubschicht in einer Höhe von 2 bis 4 km. Oft kommt sie jedoch auch am Boden an. Im Winter kommt es dann bei höherer Konzentration in den Alpen häufig zur Ockerfärbung des Schnees. Besonders stark wird der Saharastaubausbruch am Freitag und Samstag wohl nicht ausfallen, lediglich der Süden und Südosten wird betroffen sein, bevor Schauer und Gewitter die Saharaluft am Wochenende wieder  verdrängen. Ein neuer und kräftigerer Staubausbruch in Richtung  Mitteleuropa deutet sich bereits zu Beginn der neuen Woche an.
 
(dwd)