Auto auf glatter Straße
Doch dem aufmerksamen Zuhörer und Leser wird aufgefallen sein, dass Glätte nicht gleich Glätte ist. Da liest man beispielsweise. Vor allem auf Nebenstraßen und Brücken besteht Gefahr von Reifglätte." oder "Streckenweise muss mit überfrorener Nässe gerechnet werden". Doch was genau versteht man unter diesen Glätteformen und was unterscheidet sie?
 
Schneeglätte
 
Schneeglätte tritt auf, wenn eine auf Straßen und Wegen befindliche Schneedecke durch den Verkehr oder durch Fußgänger zusammengepresst wird. Besonders glatt wird es, wenn sich die Oberfläche durch den ausgeübten Druck kurzzeitig verflüssigt und anschließend erneut gefriert.
 
Eisglätte
 
Unter Eisglätte versteht man diejenige Glätte, die durch das Gefrieren von Schmelzwasser, Pfützen oder Restfeuchte entsteht, wenn diese durch das Heranführen kalter Luft oder durch die nächtliche Ausstrahlung unter den Gefrierpunkt abkühlen. Mit dem Auftreten dieser auch als "Glätte durch überfrierende/gefrierende Nässe" bekannten Gefahr rechnet man als Laie nicht unbedingt, da unmittelbar vor Eintreten des Ereignisses kein Niederschlag gefallen sein muss.
 
Glatteis
 
Besonders tückisch ist das Glatteis. Es kann auf zweierlei Art entstehen: So gefriert unterkühlter Regen oder Sprühregen (Wasser kann,  wenn Kristallisationskeime fehlen, durchaus auch bei unter 0 °C noch flüssig sein) beim Auftreffen auf Gegenstände - also beispielsweise die Fahrbahn - spontan. Umgangssprachlich wird unterkühlter Regen auch Eisregen genannt. Glatteis kann aber auch entstehen, wenn nicht unterkühlte Regentropfen auf einen nach einer länger andauernden Frostperiode noch gefrorenen Boden fallen. Daher spricht man auch von gefrierendem Regen bzw. in den Medien oftmals von "Blitzeis". Egal, auf welche Art das Glatteis entsteht - selbst Winterreifen finden nur schlecht Halt und auch als Fußgänger ist das ein ganz schönes "Geeiere".
 
Reifglätte
 
Reifglätte tritt am häufigsten auf Brücken auf, da diese viel größeren Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht unterliegen - sie kühlen sich wegen der fehlenden Untergrundwärme viel schneller ab als daran anschließende Straßenstücke. Dadurch sinkt die Brückenbelagstemperatur häufiger und schneller unter den Taupunkt (Temperatur, bei der ein Gleichgewicht aus Kondensation und Verdunstung herrscht) und es kondensiert mehr Feuchtigkeit als in der Umgebung. Aufgrund ihrer geringeren Wärmekapazität lässt sich dieses Phänomen bei Stahlbrücken besser beobachten als bei Brücken aus Beton. Befindet sich die Brücke in der Nähe eines Gewässers (z.B. Brücke über einen Fluss), dann ist sie noch glätteanfälliger. Im Gegenzug sind Brücken nach einer längeren Frostperiode aber auch die ersten Stellen, wo keine Glätte mehr auftritt, da sie keinen kalten Untergrund haben.
 
Auch in den nächsten Tagen muss gebietsweise mit Glätte gerechnet werden. Also fahren Sie vorsichtig und kommen Sie gut durch den Winter!
 
(dwd)