Ostern - so feiert man in anderen Ländern

Veröffentlicht: Di 03.04. | 10:12 Uhr - Redaktion Ostern - so feiert man in anderen Ländern

Um die Herkunft des Wortes ranken sich die verschiedensten Mythen. Woher stammt das Wort Ostern wirklich? Während die einen behaupten, dass sich die Bezeichnung Ostern auf die germanische Göttin „Ostara“ (Göttin des Sonnenaufgangs und des Frühlings) zurückführen lässt, sehen wiederum andere eine Verbindung zwischen Ostern und der Himmelsrichtung Osten, wo die Sonne aufgeht. Dies gilt als Symbol der Auferstehung.

Heute vermuten Sprachwissenschaftler dagegen, dass sich das Wort Ostern auf das altnordische Wort „ausa“ bezieht, das übersetzt so viel bedeutet wie schöpfen oder gießen und damit die Taufe als zentrales Ereignis des Christentums in den Mittelpunkt stellt. Aber letztlich rücken all diese Spekulationen um die Wortherkunft in den Hintergrund, wenn sich am Ostersonntag Groß und Klein auf die Ostereiersuche begeben und jede Nation mit ihren ganz eigenen Bräuchen diese Festtagsperiode begeht.

 
Lichterprozessionen, Küsschen und Osterkuchen in Russland

Für die Russen ist das Osterfest eines der höchsten Feste: Am Ostersamstag bereiten die Menschen in Russland traditionelle Speisen wie Osterbrot und Osterquark vor. Diese Speisen werden anschließend in die Kirche gebracht und dort von einem Priester gesegnet. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten um die Auferstehung Jesu Christi bilden dann die festlichen Prozessionen in der Osternacht. Die Menschen versammeln sich um Mitternacht in und um die Kirchen und warten darauf, dass die Auferstehung Jesu Christi mit Glockenläuten angekündigt wird. Anschließend folgt eine feierliche Prozession um die Kirche, die von freudigem Gesang und Kerzenlicht begleitet wird. Den Schlusspunkt in der Osternacht setzt schließlich eine Messe, die bis zum Morgengrauen andauert. Am nächsten Morgen entschädigt das Ostermahl für die nächtlichen Strapazen.

In Russland begrüßt man sich am Ostersonntag generell mit drei Küsschen auf die Wange. Wer zur Osterzeit in Russland unterwegs ist, sollte sich nicht wundern, wenn er von Wildfremden mit den Worten „Xристос Воскресе“ [Christos Woskrese] angesprochen wird. Das bedeutet soviel wie „Christus ist auferstanden“. Die Kürzel XB finden sich auch gerne mal auf russischen Postkarten oder als Verzierung auf den in Russland üblichen roten Ostereiern oder dem Osterkuchen.

Ungarische Ostern: Wasser für die Frauen und Ostereier für die Männer

„Husvét” ist die ungarische Bezeichnung für Ostern. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das so viel wie „fleischlos“ oder die Wegnahme des Fleisches – in Ungarn wird damit das Ende der Fastenzeit eingeläutet. Einem alten ungarischen Brauch zufolge werden Frauen und Mädchen mit einer Kanne Wasser begossen. Wasser ist das Symbol des Lebens, aber auch der Reinigung und des Neubeginns, es soll Frauen vor Krankheiten schützen und sie gesund und schön erhalten. Bevor die Prozedur des Begießens beginnt, werden die Frauen und Mädchen aber erst um Erlaubnis gebeten – die Männer müssen dazu kurze Gedichte aufsagen. Die Tradition des Begießens geht auf einen alten heidnischen Fruchtbarkeitszauber zurück und ist auch heute noch ein weit verbreiteter Brauch. Um aber auch den Männern eine Freude zu bereiten, erhalten diese im Gegenzug selbst bemalte und aufwendig verzierte Ostereier oder auch einen Schnaps.

Ostern in den USA – Easter Egg Roll vom Capitol Hill

Zum Osterfest lassen sich die Amerikaner etwas Besonderes einfallen. Neben Osterhasen, Ostereiern oder Festtagsgottesdiensten findet jedes Jahr am Ostermontag im Garten des Weißen Hauses ein ganz spezielles Event statt – unter Amerikanern auch unter dem Namen Easter Egg Roll bekannt. Auf einem abgegrenzten Gartenstück des Weißen Hauses rollen Kinder bunt bemalte Eier mit großen Holzlöffeln um die Wette. Der Präsident höchstpersönlich überreicht die dazu notwendigen Utensilien und Angestellte des Weißen Hauses verteilen im Hasenkostüm Schokolade. Angeblich stammt dieser Brauch aus Schottland und wird bereits seit dem 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten Amerikas praktiziert. Nicht weniger originell dürfte auch die „Easter Parade“ auf der 5th Avenue in New York sein. Dort ziehen am Ostersonntag bunt geschmückte Wagen und schrill verkleidete Leute durch die Straßen.

Der Glaube versetzt Berge und lässt philippinische Kinder wachsen

In China spielt Ostern nahezu keine Rolle. Obwohl in den letzten Jahren immer mehr abendländische Feste eingebürgert wurden, zählt Ostern nicht dazu. Warum? Für Chinesen müssen Feste einen Nutzen haben, bei Weihnachten, Valentinstag, Mutter- oder Vatertag ist das eher der Fall, weshalb diese Feiertage einen höheren Stellenwert genießen als Ostern. In Südostasien sind die Philippinen das größte christlich geprägte Land, dort versteckt der „Osterhase“ bunte Ostereier und Süßigkeiten. Die Filipinos sind auch für eine ganz spezielle Ostertradition bekannt: Wenn die Osterglocken läuten, fassen Eltern ihre Kinder am Kopf und heben diese hoch. Man glaubt, dass die Kinder auf diese Weise größer werden.


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