Zwei der Autoinsassen starben noch an der Unfallstelle. Die beiden anderen Mitfahrer wurden mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Den Angaben zufolge blockierten Trümmer die Fahrbahn. Wegen der Aufräumarbeiten war die A 3 für mehrere Stunden nur eingeschränkt befahrbar. Im Berufsverkehr in Fahrtrichtung Frankfurt am Main bildete sich ein Rückstau von etwa 20 Kilometern.
Für Mittwoch waren ursprünglich 1.271 Starts und Landungen geplant. Mehrere hundert Reisende hatten die Nacht auf dem Flughafen verbringen müssen. In den Terminals waren 520 Feldbetten aufgestellt worden. Am Dienstag waren rund 800 Flüge gestrichen worden.
In Mainz, Worms und Bad Kreuznach zählte die Polizei knapp 180 Zusammenstöße und Rutschpartien. Insgesamt wurden dabei 18 Menschen leicht verletzt. Die Beamten in Neuwied berichteten von "teilweise chaotischen Verhältnissen". In der Nacht zum Mittwoch ereigneten sich dort 22 Unfälle, die jedoch relativ glimpflich ausgingen.
Dagegen wurden bei 126 glättebedingten Unfällen in der Westpfalz 21 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Auch in der Region Trier krachte es: Dort ereigneten sich bei teils starkem Schneefall 145 Unfälle mit zwölf verletzten Personen.
Lastwagen durchbohrt Raststätte
In Wörth am Rhein im Landkreis Germersheim und in Diez im Rhein-Lahn-Kreis verwandelten sich die Straßen ebenfalls zu Rutschbahnen. Die Beamten verzeichneten insgesamt 20 Unfälle.
Auf der Rastanlage "Pfälzer Weinstraße Ost" auf der Autobahn 65 bei Edesheim (Landkreis Südliche Weinstraße) verlor ein Lastwagenfahrer am Dienstagabend die Kontrolle über sein Fahrzeug und raste in die Raststätte. Der 18-Tonner bohrte sich durch die Wand und kam in einem Lagerraum zum Stehen. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Der entstandene Schaden wird auf 300.000 Euro geschätzt.
Darüber hinaus wurden am Dienstagabend etliche Verkehrsunfälle im Hunsrück gemeldet. In den meisten Fällen blieb es allerdings bei Blechschäden.
Etliche Straßen und Autobahnen gesperrt
Das Wetter sorgte landesweit für Verkehrsbehinderungen. Die Autobahn 61 war nach mehreren Lkw-Unfällen in der Nacht zum Mittwoch für mehrere Stunden gesperrt. Auf der Autobahn 61 zwischen Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig kam ein Lastwagen mit Anhänger ins Schlingern, kippte auf die Seite und blieb quer auf der Bengener Talbrücke liegen. Ein nachfolgender Lkw konnte der Unfallstelle nicht mehr ausweichen und krachte in den umgefallenen Anhänger. Wenig später geriet ein weiterer Lkw auf der Moseltalbrücke bei Dieblich ins Schleudern und durchbrach die Mittelschutzplanke.
Auch auf der A 3 in Fahrtrichtung Köln ging nach einem Lastwagenunfall auf Höhe der Anschlussstelle Diez für mehrere Stunden nichts mehr. Die Bundesstraßen 421 am Zeller Berg, die B 327 bei Thalfang und die B 269 bei Birkenfeld waren wegen Schneeglätte oder liegen gebliebener Lastwagen ebenfalls dicht.
Viele Maschinen konnten auch am Abend weder starten noch landen, weil die Räumfahrzeuge auf den schneebedeckten Bahnen nicht mehr hinterherkamen. Lediglich zwei Bahnen konnten wieder geöffnet werden. Der Flughafen Frankfurt/Main verfügt über zwei kombinierte Start- und Landebahnen sowie je eine reine Start- und Landebahn.
Massenkarambolage auf der Autobahn 45 in Mittelhessen
Auf der winterglatten Autobahn 45 nahe Münzenberg im hessischen Wetteraukreis fuhren 103 Autos bei einer Massenkarambolage ineinander. Nach Angaben des örtlichen Katastrophenschutzes wurden dabei 38 Menschen verletzt, sechs von ihnen schwer. 30 Verletzte mussten in umliegende Kliniken gebracht werden. "Gott sei Dank ist niemand tot. Das ist ein kleines Wunder", sagte ein Polizeisprecher. Ein Großaufgebot an Rettungskräften rückte zu dem Autobahnteilstück nahe der Anschlussstelle Wölfersheim aus.
Teilweise mussten die Einsatzkräfte zu Fuß zur Unfallstelle vordringen, weil sie mit ihren Einsatzfahrzeugen keinen Weg durch den Rückstau fanden. Die Autobahn war nach dem Massenunfall in beiden Richtungen voll gesperrt. Die Sperrung und die Bergungsarbeiten sollten die Nacht über andauern.
Die Massenkarambolage hatte in Fahrtrichtung Hanau ihren Ausgang genommen. Nach ersten Erkenntnissen könnte die Kettenreaktion mit der Folge der Massenkarambolage ausgelöst worden sein, als der Verkehr witterungsbedingt ins Stocken geriet und ein Lastwagen zwei Pkw ineinanderschob. Eine endgültige Klärung des Unfallhergangs erhofft sich die Staatsanwaltschaft durch die Untersuchungen der eingesetzten Unfallgutachter.
Weitere Unfälle im Schneetreiben
Dichtes Schneetreiben hatte zuvor bereits zu zahlreichen Unfällen in Hessen geführt. Auf der Autobahn 5 nahe Weiterstadt war ein Tanksattelzug auf der vereisten Fahrbahn umgekippt. Laut Polizei war der Lastwagen mit flüssigem Latex beladen, dieses musste abgepumpt werden. Allerdings steckte das Pumpfahrzeug zunächst im Rückstau des Unfalls fest. Die Vollsperrung der A 5 in nördlicher Richtung dauerte mehrere Stunden an. Auch die Nebenstrecken von Weiterstadt nach Frankfurt am Main waren zeitweise stark überlastet.
Nahe Trendelburg im Landkreis Kassel kam in der Nacht zu Dienstag ein 30-Jähriger mit seinem Auto von der schneeglatten Straße ab, fuhr in eine Böschung und verletzte sich schwer.
Bereits am Montagabend war ein 29 Jahre alter Mann bei einem Verkehrsunfall im Landkreis Marburg-Biedenkopf ums Leben gekommen. Zwischen Stadtallendorf und Niederklein war sein Wagen auf die Gegenfahrbahn gerutscht und frontal mit einem Sattelzug zusammengestoßen.
In Kassel entgleiste wegen mit Schnee verstopfter Gleise am Dienstag eine Straßenbahn der Linie 8, verletzt wurde dabei niemand. Die Tram wurde wieder ins Gleis gesetzt. Auch in Frankfurt am Main gab es wetterbedingt zahlreiche Verspätungen und Ausfälle im öffentlichen Nahverkehr.

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