Mehr Krankheitsfälle durch Zeckenbisse

Veröffentlicht: So 25.09. | 09:13 Uhr - Ronald Porschke
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Mehr Krankheitsfälle durch Zeckenbisse

2010 habe es 261 Fälle der durch Zecken übertragenen Krankheit gegeben, sagte Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut am Dienstag in Erfurt. Da Zecken jetzt wieder aktiv sind, raten Mediziner dringend zur Impfung.
 
Lediglich ein FSME-Fall ist laut der Organisation Grünes Kreuz 2011 in Thüringen registriert worden, ein nicht geimpfter Waldarbeiter erkrankte. Im Freistaat weist das Robert-Koch-Institut derzeit sieben Risikogebiete für das Virus aus, dazu gehören die Landkreise Hildburghausen, Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla-Kreis, Saale-Holzland-Kreis sowie Gera und Jena. Tests an Ziegen hätten jedoch ergeben, dass das durch Zecken übertragene Virus auch in anderen Orten, wie etwa Gotha, auftritt.

Andreas Steinbrecher von der Klinik für Neurologie in Erfurt rät daher dringend zu Vorbeugemaßnahmen, auch für Menschen, die nicht in Risikogebieten wohnen. "Es gibt kaum eine Impfung, die so effektiv ist", sagte er. Die Risiken seien relativ gering, die Kosten würden meist von Krankenkassen übernommen.

Tatsächlich ist der Anteil der gegen FSME Geimpften im Freistaat mit etwa einem Viertel relativ hoch, hieß es. In Österreich, wo seit den 1970er Jahren geimpft werde, konnten die Erkrankungen drastisch reduziert werden. Gerade wer sich oft in der Natur bewege oder Reisen in Risiko-Länder wie Bayern, Baden-Württemberg oder Osteuropa plane, solle vorbeugen.

FSME sei zwar keine häufige Erkrankung, verlaufe jedoch in etwa der Hälfte der Fälle schwer, teils mit Lähmungen und Sprachstörungen, und führe in einigen Fällen zu Spätfolgen im neurologischen Bereich, wie Steinbrecher sagte. Mitunter würden Spätfolgen erst Jahre nach der Infektion aufgetreten. Gerade ältere Menschen seien häufig betroffen, auch weil sie sich oft in der Natur aufhielten.

Die Krankheit FSME wurde vor 75 Jahren bei einer Expedition in Russland entdeckt. Experten registrierten seit März dieses Jahres wieder eine steigende Aktivität von Zecken, auch in Thüringen. Die kalten Temperaturen hätten den Tieren wahrscheinlich nichts anhaben können.
 

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