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Vorweihnachtlicher Frühling stoppt Skisaison

Frühlingshafte Temperaturen lassen im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb die Hoffnungen der Skifahrer schmelzen. In den Wintersportorten fehlt komplett der Schnee, sagte ein Sprecher der Hochschwarzwald-Tourismus-Gesellschaft in Hinterzarten bei Freiburg. Daran wird sich nach Prognosen des Deutschen Wetterdiensts (DWD) auch nichts ändern: „Schnee? Fehlanzeige“, sagte ein DWD-Meteorologe im hessischen Offenbach. Von Süden ströme noch bis Heiligabend milde Luft ins Land. Statt Skifahrern dominierten Wanderer und Ausflügler das Bild. Der Tourismus sowie die Hotellerie und Gastronomie haben sich darauf eingerichtet und Angebote entsprechend umgestellt. Die Sesselbahnen in den Bergen transportieren derzeit vor allem Wanderer, die Lifte blieben außer Betrieb. Zum Beschneien der Pisten ist es zu warm.   Größere Einbußen gebe es in der Hotel- und Gastronomiebranche bislang nicht, sagte der Sprecher. Für den Wintersport entscheidend seien traditionell die Monate Januar und Februar. Bis dahin hoffe die Branche, dass der Winter komme, es deutlich kälter werde und schneie. An Weihnachten seien die Skipiste meist ohnehin vergleichsweise schwach besucht, weil viele daheim bei den Familien bleiben. Auch im vergangenen Jahr hatte es im Dezember kaum Schnee gegeben. Auch am Feldberg, dem höchsten Berg im Land, ist Wintersport mangels Schnee nicht möglich. Das Gebiet rund um den 1493 Meter hohen Gipfel ist das größte und bedeutendste Skigebiet in Baden-Württemberg. Die Skisaison hatte Ende November begonnen. Der Skibetrieb war wegen des schmelzenden Schnees und der steigenden Temperaturen aber nach wenigen Tagen wieder eingestellt worden und ruht seither. Quelle: dpa

Veröffentlicht: Mi 27.07. | 19:14 Uhr weiterlesen


Warum der Sommer nerven kann

Endlich Sommer! Eigentlich freuen wir uns über die warmen Tage. Ganz ohne Nörgeln geht es aber nicht. Den Deutschen wird ja gerne nachgesagt, dass sie immer gegen das Wetter wettern. Gründe zum Meckern und Jammern gibt es tatsächlich genug. Eine Auswahl: UNWETTER: Mal ist es warm, mal schwül, dann kommt ein Sturmtief oder Gewitter mit Blitz und Donner. Der Sommer ist wirr. Schon einige Großveranstaltungen mussten abgebrochen oder abgesagt werden.   VERKEHRSMITTEL: Weil Klimaanlagen in Bus und Bahn oft Mangelware oder aber kaputt sind, wird es im Sommer eklig stickig (Stichwort: Achselschweißgeruch). Bei geöffnetem Fenster zieht es aber auch mal.   NACHBARN: Weil alle gern im Sommer die Fenster öffnen oder im Garten oder auf dem Balkon sitzen, ist es oft laut in der Nachbarschaft und man bekommt womöglich mehr (Intimes) mit als einem lieb ist.   FERNSEHEN: Die Einschaltquoten deuten im Sommer auf TV-Abstinenz bei vielen hin. Oft hat die meistgesehene Sendung nur um die 3 Millionen Zuschauer. Kein Wunder: viele Wiederholungen, keine Fußball-WM!   BADESEEN UND FREIBÄDER: Ein freier Quadratmeter Rasen oder Strand? Oft Fehlanzeige beim Baden im Freien. Stattdessen liegt man Handtuch an Handtuch - wie die Sardinen in der Büchse. EISDIELEN: Jetzt schnell ein Eis? Von wegen! Selbst nach Einbruch der Dunkelheit muss man sich oft in meterlange Schlangen einreihen. Viele regen sich dann auch gern noch über den Preis pro Kugel auf.   INSEKTEN: Gerade schön entspannt, schon ertönt ein Summkonzert. Dem Naturschutzbund zufolge ist zwar dieses Jahr kein schlimmes Plagejahr. Aber wenn ein Insekt zusticht, wen juckt das dann? Genau!   TROCKENHEIT: Brauner Rasen, steinharte Böden, vertrocknetes Gemüse. Um Tomaten, Kräuter oder Blumen durchzubringen, müssen auch Hobbygärtner in einigen Regionen ganz schön auf der Hut sein.   BAUSTELLEN: Die verkehrsärmere Zeit im Sommer wird vielerorts für Sanierungsarbeiten genutzt. Das trifft auf Autobahnen zu, aber zum Beispiel auch auf den zentralen S-Bahntunnel unter Frankfurts City.   STRASSEN: Aufgeplatzer Beton (Blow-ups) ist auf einigen Autobahnen ein echtes Problem geworden. Ansonsten sind natürlich die vielen Baustellen Nervfaktor und Ausbremser.   POSER: Im Sommer zeigen viele ihre Tattoos, Muskeln oder tollen Körper oder aber sie geben mit ihrem Motorrad oder schicken Auto an (Aufheulen an der Ampel). Das ist purer Sozialstress für die anderen.   URLAUB: Das Sommerreiseziel wählen kann 2015 schwerfallen, wie etwa die „FAZ“ meinte: „Tote am Strand von Tunesien, Krise in Griechenland und ein starker Dollar (...) Verdirbt das die Ferienstimmung?“   ZEITRAFFER: Was am deutschen Sommer vielleicht am meisten nervt, ist in Wahrheit vor allem eines: Dass er irgendwie immer viel zu kurz und zu schnell vorbei ist. Plötzlich ist schon wieder Herbst...   dpa  

Veröffentlicht: Mi 27.07. | 19:14 Uhr weiterlesen

Deutsche mit Menge ihrer Freizeit zufrieden...

3 Stunden und 56 Minuten - so viel Freizeit hat der Durchschnittsdeutsche an jedem einzelnen Werktag. Und zwar echte Freizeit: Kochen, Putzen, Kinder versorgen und andere notwendige Aktivitäten haben die Statistiker dabei neben der Arbeitszeit in Büro oder Werkstatt schon herausgerechnet. Bleiben knapp vier Stunden, um den eigenen Interessen und Vorlieben zu frönen. Mit diesem Umfang sind die Deutschen ganz überwiegend zufrieden, wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Marktforschungsunternehmens GfK ergab. Auch wenn sie einen Großteil davon nur vor dem Fernseher sitzen. Fernsehen ist nämlich noch immer die Freizeitbeschäftigung Nummer Eins in Deutschland. Dies geht aus dem Freizeit-Monitor 2014 der Stiftung für Zukunftsfragen hervor, deren Forscher auch die 3 Stunden 56 Minuten ermittelt haben. Neben dem Fernseher behaupten die anderen Medien wie Radio, Internet, Email, Zeitung und Telefon Spitzenplätze. Zudem finden sich unter den Top 10 der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen die Kategorien Gedanken nachgehen, Zeit mit dem Partner verbringen, Ausschlafen, über wichtige Dinge reden, sich in Ruhe pflegen sowie Kaffee trinken und Kuchen essen. Noch in den 50er Jahren diente Freizeit in erster Linie der Erholung von und für die Arbeit. «Das hat natürlich eine Ausweitung erfahren», betont Horst Opaschowski, einer der Pioniere der Freizeitforschung in Deutschland. Neben Entspannung müsse die Freizeit inzwischen auch Abwechslung, Erlebnisse, Kommunikation und Geselligkeit bieten. Allerdings gelte dies nicht für alle Menschen: «Wer viel arbeitet, muss in seiner Arbeit die Erfüllung finden, die andere in ihrer Freizeit finden», erläutert Opaschowski. Sonst gerate das wichtige Gleichgewicht aufgrund des knappen Zeitbudgets außer Balance. Auch unabhängig von der Arbeitsbelastung wird die Freizeit durchaus unterschiedlich gestaltet, wie der wissenschaftliche Leiter der Zukunftsstiftung, Ulrich Reinhardt, betont. Allerdings zeigen sich die Differenzen weniger zwischen den Schichten oder Regionen als zwischen den verschiedenen Lebensphasen: Jugendliche unterscheiden sich von jungen Erwachsenen, die wiederum von den etwas älteren Singles. Kinderlose Paare verbringen ihre Freizeit anders als gleichaltrige Eltern, die «Jungsenioren» ab 50 Jahren wiederum anders als Ruheständler. «Wenn man mal im Berufsleben steht, hat man keine Zeit mehr, langwierige Internet-Rollenspiele zu spielen. Und wenn man mal eine Familie gegründet hat, will man auch nicht mehr alles in Facebook machen, sondern stattdessen Zeit mit seinen Kindern verbringen», erläutert Reinhardt die Gründe. Der Unterschied zwischen den Altersgruppen zeigt sich auch in der am Montag in Nürnberg veröffentlichten GfK-Studie deutlich: Insgesamt sind 66 Prozent der Menschen zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Freizeitumfang; 13 Prozent sind eher unzufrieden, ein kleiner Anteil von 4 Prozent ist regelrecht unglücklich. Unter den Teenagern hingegen sehen sind ganze zehn Prozent die Menge ihrer Freizeit außerordentlich kritisch - das sind doppelt so viele wie in der durch Beruf und Familie oft doppelt belasteten Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Bei den über 60-Jährigen klagt übrigens so gut wie niemand über Zeitmangel. Eine Beobachtung sei beim heutigen Freizeitverhalten generell auffällig, berichtet Reinhardt. «Kaum eine Aktivität dauert länger als zwei Stunden, die Deutschen scheinen ständig einen neuen Impuls zu brauchen.» Hätten die Menschen mehr Freizeit, würden sie den Umfragen zufolge gerne öfter spontan etwas unternehmen, Sport treiben und ihre sozialen Kontakte intensiver pflegen. De facto aber sind Besuche bei Freunden, in der Kneipe, im Kino oder im Fitnessstudio eher selten. «Wir Deutschen tun uns da sehr schwer, weil wir so in Gewohnheiten gefangen sind», bilanziert Reinhardt. Und deshalb doch vorm Fernseher sitzenbleiben, statt uns aufzuraffen. dpa

Veröffentlicht: Mi 27.07. | 19:14 Uhr weiterlesen


Outdoor-Mode muss vieles gleichzeitig...

Einst trugen sie nur Abenteurer und Forschungsreisende: Outdoor-Bekleidung mit allerlei Funktionen. Doch mittlerweile sind die toughen Materialien nicht mehr den Extremurlaubern vorbehalten. Die Outdoor-Szene ist im Alltag angekommen. «Der Casual-Bereich ist stark gewachsen», sagt Stefan Reisinger, Bereichsleiter Outdoor der Messe Friedrichshafen. "Es ist unheimlich trendig geworden." So sind die bekannten Logos der Outdoor-Marken für den Einsatz unter erschwerten Bedingungen zu einem vertrauten Anblick in den Städten geworden. «Es wird ein relativ kleiner Teil des High End auch am Berg eingesetzt», so Reisinger. Er vergleicht diese Entwicklung mit Besitzern eines Porsche. "Die wenigsten gehen damit auf die Rennstrecke." Das hängt auch damit zusammen, dass die Menschen ihre Freizeit nun zum Teil anders gestalten: Man bereitet sich nicht nur auf die Besteigung des Mont Blanc vor, die dann den Sommerurlaub ganz in Anspruch nehmen wird. Stattdessen fahren viele Menschen nur für ein Wochenende weg und wollen möglichst viele verschiedene Dinge machen - Kanu fahren, wandern, danach gemütlich im Biergarten sitzen. Neue Trends bei den Outdoor-Aktivitäten spielen in diese Entwicklung rein: das Bouldern zum Beispiel - das Klettern ohne Seil. Auch Jüngere in den Städten haben Bouldern für sich entdeckt. Daraus ergibt sich ein anderes Verständnis von Outdoor, sagt Mathias Basedow von der European Outdoor Group: Fürs Bouldern braucht man keine großen Schulungen. Man geht für einen halben Tag hin, danach zieht man mit den Freunden weiter. Bei der Bekleidung macht sich diese Entwicklung in Crossover-Produkten bemerkbar. Etwa in Hosen, die flexibel genug fürs Bouldern sind, danach aber auch beim Kneipenbesuch nicht aus dem Rahmen fallen. Auch bei den Jacken findet sich das Crossover-Thema wieder. Für die vielen Aktivitäten am Wochenende möchte man eine Jacke mitnehmen, nicht fünf verschiedene, erklärt Trendexperte Ralf Stefan Beppler. Dafür werden die Materialien leichter. Einmal steht dabei eine dünne Isolation im Vordergrund - zum Beispiel über die hydrophobe Daune, die wasserfest behandelt ist, oder die Kunstfaser Primaloft. "Man lässt den dicken Fleecepulli dann zu Hause." Bei den Entwicklungen im Material hat Trendexperte Beppler noch eine andere Neuheit ausgemacht - die Atmungsaktivität werde weiter verbessert. Statt Air Permeability heißt das neue Konzept Breathability: Eine neue Generation der Membran mit anderer Struktur ist noch atmungsaktiver, weil sie noch luftdurchlässiger ist. Mit den verschiedenen Materialien wird verstärkt gespielt, sagt Beppler. Hybrid ist Trend - Kunstfaser werden mit Daune gemischt, wasserdichte Textilien mit Soft Shell. "Man will verschiedene Funktionen kombinieren", erklärt Beppler. Leichtigkeit, Atmungsaktivität - das ist nicht nur im Casual- oder Crossover-Outdoor wichtig, sondern vor allem im athletischen Outdoor. Denn trotz der Durchdringung des Alltags mit Outdoor-Bekleidung ist der Performance-Sektor nach wie vor die Speerspitze der Branche: Von hier gehen die Materialentwicklungen bis in den Casual-Bereich. "Die Outdoor-Branche ist die Formel 1 der Bekleidungsindustrie", fasst es Reisinger zusammen. Doch nicht nur die Verbesserung der Leistung und die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten steht bei den neuesten Entwicklungen im Vordergrund, sondern auch Nachhaltigkeit: "Allgemein geht der Trend dazu, dass nachhaltige Materialien verwendet werden", sagt Basedow. Bei Herstellung, Gebrauch und später Recycling versuche man, auf geringe Umweltbelastung zu achten. «Alle großen Hersteller sind jetzt in der Richtung unterwegs», sagt halten, sagt Reisinger. Dazu gehört auch das Thema Rückverfolgbarkeit. So lässt sich nun teils bis zur Farm zurückverfolgen, woher die Merinofasern aus dem Kleidungsstück auf der Haut kommen, gibt Basedow ein Beispiel. Für Verbraucher ist die Nachhaltigkeit unter anderem an verschiedenen Siegeln erkennbar. "Unterschiedliche Anbieter setzten allerdings auf unterschiedliche Zertifizierungen", erklärt Reisinger.   Jenseits der Bekleidungsschiene macht vor allem eine Entwicklung im Outdoor von sich reden: Glamping. "Wir haben eine ganz klare Zunahme von Camping in Deutschland", sagt Beppler. Und das wird teils komfortabler: Die Matten sind dicker, statt eines rustikalen Expeditionskochers gibt es den größeren Gasgrill, und Zelte haben Stehhöhe, mehrere Kabinen und einen großzügigen Gemeinschaftsraum. Bei dieser Art von Outdoor geht es nicht darum, mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein, sondern um Komfort. Die Zeltmaße des Glampings passen zur Entwicklung, dass die Outdoor-Branche sich vermehrt an den Ansprüchen von Familien orientiert. «Es ist auch eine Familienaktivität geworden», sagt Basedow. Aber nicht nur: Glamping boomt unter anderem, weil die älteren Generationen mehr campen, sagt Beppler. Die Grundidee, die hinter Outdoor-Aktivitäten steht, bleibt auch beim Glampen: Es ist ein bisschen einfacher, man kommt einmal heraus aus dem Alltag und der Stadt. Nur die Vorstellung von Entschleunigung passt nicht mehr zu 100 Prozent. Das liegt zum Teil daran, dass man dafür früher das Telefon zu Hause gelassen hätte. "Das Smartphone ist auch beim Outdoor nicht mehr wegzudenken", erklärt Beppler. Auch bei den wahren Abenteuerern geht der Trend nicht zur Entschleunigung: fast forward, bezeichnet Beppler, was die Szene prägt. Wenn man alle Berge schon einmal bestiegen hat, was motiviert einen dann noch? Der Anreiz, den Berg eben schneller zu besteigen als je zuvor, gibt Beppler ein Beispiel. Da setzt ein anderer Trend ein: Außer beim Glamping muss die Ausrüstung heute vor allem leicht sein.

Veröffentlicht: Mi 27.07. | 19:14 Uhr weiterlesen

Surfer contra Schwimmer

Wellenreiten ist "in" vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Was bis 1990 im Osten wegen Fluchtgefahr auf offener See verboten war, gewinnt jetzt immer mehr Liebhaber. Die zunehmende Beliebtheit von Wassersportarten wie Segeln und Surfen beeinträchtigt aber auch die Sicherheit von Badenden. Wegen der Entwicklung bekämen die Retter mehr Arbeit, sagte etwa Torsten Erdmann von der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Rostock.   Freunde des rasanten Wassersports wie Surfen, Kitesurfen, Paddeln oder Segeln finden im Nordosten rund 100 geeignete Reviere, wie Tobias Woitendorf, Sprecher des Landestourismusverbandes, in Rostock sagte. Darunter seien 55 Top-Spots, die bestimmte Standards vor allem hinsichtlich Markierung, Sicherheit und Naturschutz erfüllen. Zu den gefragtesten Revieren gehört die Außenküste vor den Inseln, aber auch einige Boddengewässer und Meeresbuchten sowie Teile der Seenplatte.   Angeblich genug Platz für alle Nach Ansicht des Verbandssprechers gibt es an der rund 1700 Kilometer langen Außen- und Boddenküste in Mecklenburg-Vorpommern genug Platz für alle - für Surfer und für Schwimmer gleichermaßen. Erfahrene Wassersportler gingen in der Regel sensibel mit Naturräumen wie auch mit den Interessen von Badenden und Strandbesuchern um, betonte Woitendorf. Surf- und Segelreviere seien spezielle touristische Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene und lockten daher vor allem Aktivurlauber in den Nordosten. Dies trage erheblich zu einer sozialen und kulturellen Belebung der Region bei. Gästebefragungen zufolge ist für fast jeden zweiten Urlauber in Mecklenburg-Vorpommern Sport wichtig. Vier von zehn Befragten unternahmen in ihren Ferien 2014 selbst Aktivitäten am, im oder auf dem Wasser. Jeder achte Tourist im letzten Jahr gab an, Wassersport betrieben zu haben. Für zwei Drittel aller Touristen ist Baden das entscheidende Urlaubsmotiv für das nordostdeutsche Bundesland. Das bekommen in der Saison auch die Rettungsschwimmer zu spüren. DLRG-Sprecher Erdmann rechnete mit rund einhundert Einsätzen zusätzlich pro Saison. Zwar sicherten Rettungsschwimmer vor allem Strände und Badebereiche ab. Doch auch auf die Sportler weiter draußen hätten sie stets ein Auge. Vorsicht scheint angebracht. Vor allem dort, wo sich Badende und Wassersportler nahe kommen, gebe es immer wieder Probleme, bestätigte auch Sebastian Zimmermann vom Landeswasserschutzpolizeiamt. Surfer und Segler ließen es mitunter an der gebotenen Rücksicht fehlen. So sei es vor allem im Juli 2014 mehrfach zu berechtigten Beschwerden von Badegästen gekommen. Diese hätten moniert, dass Surfer in Bereiche mit erkennbarem Badebetrieb rasten. Eigentlich müssten sie aber mindestens 50 Meter Sicherheitsabstand zu Schwimmern wahren. Größere Unfälle unbekannt So komme es sogar zu Kollisionen, wenngleich größere Unfälle in den letzten Jahren nicht bekannt wurden, bestätigte Rettungsschwimmer Erdmann. "Da donnert manch ungeübter Kitesurfer schon mal mitten in den Badebereich rein." Aber auch die straff gespannten Seile zum Kiteschirm könnten für Schwimmer oder spielende Kinder gefährlich werden. Rettungsschwimmer dürften indes nur ermahnen. Notfalls müsse da schon mal das Ordnungsamt informiert werden, meinte Erdmann.   Problematisch findet der DLRG-Sprecher die oft unzureichende Schutzkleidung von Surfern, Katamaran-Seglern oder Fun-Sportlern auf den von Motorbooten gezogenen schwimmenden «Bananen». Helm und Schwimmweste mit Rücken-Protektoren seien nicht immer selbstverständlich, kritisierte Erdmann. "Das ist grob fahrlässig." Mangelhafte Schutzausrüstung führe immer wieder zu bedrohlichen Unfällen teils weit vor der Küste.   (dpa)  

Veröffentlicht: Mi 27.07. | 19:14 Uhr weiterlesen

Cappuccino-Bären als Folge des Klimawandels

Ihr Vater war ein Eisbär, ihre Mutter eine Braunbärin: Die cremefarbenen Mischlinge Tips und Taps im Zoo Osnabrück sollte es eigentlich nicht geben. Sie sind Produkte der gemeinsamen Haltung verschiedener Bärenarten in einem Gehege vor mehr als zehn Jahren. Dass ein Eisbär (Ursus maritimus) mit einer Braunbärin (Ursus arctos) Nachkommen zeugt, hätten Tierpfleger damals nicht für möglich gehalten. Nach der Geburt der Geschwister 2004 wurden die Arten sofort getrennt.   Heute nutzt der Zoo die putzigen Cappuccino-Bären, um bei Führungen und in einer Ausstellung auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Denn auch in arktisnahen Regionen, etwa in Kanada, wurden 2006 und 2010 Bären geschossen, die sich per DNA-Nachweis als Mischlinge entpuppten. Sie wurden „Grolar“ oder „Pizzly“ genannt. Ihr Auftauchen hat vermutlich damit zu tun, dass sich die Lebensräume von Polarbären und Grizzlys - der amerikanischen Variante des Braunbären - aufgrund der Erderwärmung zunehmend überschneiden.   Wissenschaftler interessieren sich schon lange für die Verwandtschaft dieser Bären. „Unsere Arbeiten haben gezeigt, dass sich Eis- und Braunbären vor etwa 600 000 Jahren getrennt haben“, sagt Axel Janke vom Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt. „Seither gab es drei Warmzeiten in denen das Eis geschmolzen ist. Die Eisbären haben vermutlich in kleinen Populationen in Nischen überlebt.“   Ist die heutige Erderwärmung und das Schmelzen des Eises rund um den Nordpol dann überhaupt eine Gefahr für die Existenz des Eisbären? „Gelegentliche Hybridisierungen sind nicht unbedingt gefährlich für die Art“, sagt der Evolutionsbiologe Janke. Sehr viele Kreuzungen würden aber mit Sicherheit auf Kosten der Eisbären gehen, denn aktuell gibt es nur etwa 25 000 Eisbären und mindestens eine halbe Million Braunbären. Tips und Taps im Osnabrücker Zoo zeigen Verhaltensweisen beider Arten. „Im Winter versuchen sie, das Eis auf dem zugefrorenen Teich aufzubrechen“, berichtet Tierpfleger Thorsten Vaupel. Dies sei typisch für Eisbären, die in der Wildnis auf diese Weise an Robben als Beute kommen wollen. Im Sommer liegen beide gern faul im Gehege und dösen vor sich hin. „Typisch Braunbär“, sagt der Pfleger.   Wenn Thorsten Vaupel mit einem Eimer Makrelen kommt, werden die Geschwister sofort hellwach. Beim Schnappen der Fische erinnert Bärendame Tips mit ihrem cremefarbenen Fell eher an einen Eisbär, das Gesicht ist aber braunbärtypisch. Bei Bruder Taps ist es umgekehrt: dunkleres Fell, aber eine kantige, lange Nase wie ein Eisbär. Ob Taps Nachkommen zeugen kann, wurde nicht ausprobiert. Er ist kastriert. Wissenschaftler haben aber Hinweise darauf gefunden, dass Hybridbären fortpflanzungsfähig sind. Damit unterscheiden sie sich etwa vom Maultier, der Kreuzung zwischen Pferd und Esel.   In der Beringsee zwischen Alaska und Russland wurden auch schon Mischlinge zwischen verschiedenen Walarten beobachtet. Auch unter einigen Robbenarten soll es zu Hybridisierungen kommen.   Die größte Gefahr für Eisbären sind nach Überzeugung der Wissenschaftler jedoch nicht nach Norden wandernde, paarungswillige Grizzlys. Vielmehr bedrohten menschengemachte Einflussfaktoren die Art, sagt Janke: „Dazu zählen Umweltgifte, die Jagd, die Zersiedlung der Landschaft sowie die Rohstoffförderung in der Arktis.“ dpa

Veröffentlicht: Mi 27.07. | 19:14 Uhr weiterlesen

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