Veröffentlicht
24.12.2012 | 17:00
Tauwetter und Regen der letzten Tage machen dem Schnee zu schaffen. Es gibt also deutlich mehr Wasser in den Flüssen und Bächen - teilweise steigen die Pegel aber noch.
Pegel steigen - Höhepunkt am ersten Feiertag
Die Hochwasserlage am Rhein wird sich in den
kommenden Tagen weiter verschärfen. Für den ersten Weihnachtstag erwartet die
Kölner Hochwasserschutzzentrale einen Pegel von über acht Metern, wie ein
Sprecher am Montag der dapd sagte. Wie hoch der Wasserstand dann steige, hänge
von den weiteren Niederschlägen ab. Am Montagvormittag lag der Kölner Pegel bei
7,38 Metern und stieg rund drei Zentimeter pro Stunde.
Die Kölner Altstadt ist von dem Hochwasser bislang noch nicht betroffen. Erst
ab einem Pegelstand von neun Metern fließe Wasser in die Altstadt, sagte der
Sprecher. Zum Schutz seien bereits mobile Wände aufgestellt worden. Der
Rheinufertunnel müsse bei zehn Metern gesperrt werden. Für die Schifffahrt ist
bereits ab einem Wasserstand von 8,30 Metern Schluss.
Das letzte größere Hochwasser gab es in Köln zuletzt 2003 mit einem Pegel von
9,71 Metern. Das "Jahrhunderthochwasser" Weihnachten 1995 stieg bis
zur Marke von 10,69 Metern
Teilweise entspannt
Nach dem ergiebigen Dauerregen vom Wochenende hat
sich die Hochwasserlage in Rheinland-Pfalz am Montag teilweise entspannt. Am
südlichen Oberrhein und an der Sieg seien die Wasserstände wieder gefallen,
teilte das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht in Mainz
mit. Die Pegel im Moseleinzugsgebiet stagnierten derzeit und dürften über die
Weihnachtsfeiertage ebenfalls leicht fallen. Am Mittel- und Niederrhein stiegen
die Wasserstände den Angaben zufolge weiter an. Auf dem Rhein bei Maxau in
Karlsruhe wurde wegen des Hochwassers die Schifffahrt eingestellt.
Für die Landkreise Neuwied und Altenkirchen gaben die Behörden eine Frühwarnung
vor einem mäßigen Hochwasser heraus. Stellenweise könnten Flüsse über die Ufer
treten und vereinzelt land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet werden,
hieß es. Für die übrigen Landkreise galt eine geringe Hochwassergefährdung mit
leicht erhöhten Wasserständen.
In der Nordhälfte Bayerns führen viele Flüsse
weiter Hochwasser. Nach dem Ende des Dauerregens habe sich die Lage am Montag
aber langsam entspannt, teilte der Hochwassernachrichtendienst in Augsburg mit.
Zwar seien an Main und Donau noch leicht steigende Wasserstände zu erwarten, an
Regnitz und Fränkische Saale fielen die Pegel aber wieder. Dennoch kommt es in
weiten Teilen Frankens weiter zu Überschwemmungen. Da es bis zum Mittag des
ersten Weihnachtsfeiertages in ganz Bayern trocken bleiben soll, sei mit einer
weiteren Entspannung der Hochwasserlage zu rechen, hieß es.
Kaum Wintersport im Harz möglich
Hohe Temperaturen machen den Wintersport im Harz zu
Weihnachten nahezu unmöglich. Fast alle Betreiber hatten ihre Skilifte am
Montag bereits abgestellt, wie der Harzer Tourismusverband auf seiner
Internetseite berichtet. Nur noch einzelne Pisten am Bocksberg oder Sonnenberg
bei St. Andreasberg waren geöffnet.
Während am Sonnenberg Mitte Dezember noch etwa 60 Zentimeter Schnee lagen,
schmolz dieser nun auf maximal 25 Zentimeter zusammen. Am Hahnenklee-Kinderlift
lagen am Montag sogar nur noch fünf Zentimeter Schnee. Tief Quirina sorgte am
Montag im Harz für bis zu acht Grad Celsius und Regen. Auch in den nächsten
Tagen sollte es ähnlich warm bleiben.
dapd/öt