Die Kunst besteht natürlich in etwas anderem. Während der Meteorologe bei seiner Prognose möglichst wenig von der zukünftigen Situation der Atmosphäre abweichen möchte, will der "Standardisierer" über einen langen Zeitraum und ein großes Gebiet einen mittleren Zustand beschreiben. Hilfreich ist die - auf den ersten Blick obskur anmutende - Definition der Standardatmosphäre zum Beispiel in der Luftfahrt, denn in höheren Luftschichten sind die Abweichungen vom Mittelwert deutlich geringer als bodennah.
Gerade diese hohe Variabilität in der Nähe des Erdbodens kann aber dazu führen, dass die Temperatur mit zunehmender Höhe nicht ab-, sondern zunimmt. Und dann spricht der Meteorologe von einer Inversion. Gerade aktuell gestaltet sich die Wetterlage wieder derart, dass es verbreitet zu Inversionen kommt. In den Nächten kühlt sich die Luft am Erdboden sehr stark ab. Ihre Temperatur liegt dann tiefer als die Temperatur in den darüberliegenden Schichten. Das Auskühlen ist dabei nicht nur häufig mit Dunst und Nebel verbunden, diese Schichtung der Atmosphäre ist auch sehr stabil. Mit anderen Worten: Sie sorgt dafür, dass der vertikale Luftaustausch sehr stark eingeschränkt ist. Früher waren dies die typischen Smog-Lagen. Aufgrund geringerer Schadstoffkonzentrationen in der Luft hat sich dieses Problem in den letzten Jahren aber deutlich entspannt

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