Reinigung der Tastatur

Unter dem Dreck leidet nicht nur die äußere Hülle der Geräte. In Einzelfällen kann dadurch auch die Leistungsfähigkeit von PC und Co. eingeschränkt sein. Doch anders als beim übrigen Hausstand sollte man bei Computern auf Reinigungsmittel weitgehend verzichten. Für das Säubern der elektronischen Geräte gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr.

Vor dem Start jeder Reinigungsaktion muss man das Gerät zuerst das ausschalten und abkühlen lassen. Und das Wichtigste: den Netzstecker ziehen! Als Hilfsmittel werden nur ein kleiner Pinsel, Wattestäbchen und ein feuchtes Tuch gebraucht, sagt Uwe Vieths, Hardware-Redakteur der Fachzeitschrift Computerbild. "Es sollte allerdings wirklich kräftig ausgewrungen und kein nasser Lappen sein, der Wassertropfen hinterlässt." Mit dem feuchten Tuch können alle Oberflächen bedenkenlos abgewischt werden, meint der Computerexperte. Speckige Ablagerungen reibe man am besten vorsichtig mit Tuch oder Wattestäbchen ab. Krümel oder Ähnliches in der Tastatur würden entfernt, indem man die Tastatur nach unten dreht und vorsichtig ausschüttelt.

Am PC-Gehäuse könnten von außen die Kühlungsschlitze oder die Anschlussbuxen mit einem dünnen Pinsel von Staub befreit werden. In Einzelfällen sei auch ein Föhn mit kalter Luft hilfreich, um Tastatur oder Gehäuse freizupusten. Oft reicht all das nach Ansicht von Vieths schon aus, um dem Gerät zu neuem Glanz zu verhelfen.

"Nur wer es sich wirklich zutraut, kann auch das PC-Gehäuse sehr vorsichtig aufschrauben, öffnen und am Boden liegenden Dreck oder auf Kabeln abgelagerten Staub mit dem Pinsel entfernen", sagt Vieths. Ein auf niedrigster Stufe eingeschalteter Staubsauger könne ebenfalls Dreck beseitigen.

Auch der Lüfter sollte mit dem Pinsel vom Staub befreit werden, rät Vieths. Denn wenn sich hier stärker Dreck ansammelt, kann das tatsächlich dazu führen, dass der PC langsamer arbeitet. "Bei extremer Verschmutzung kann sich der Lüfter nicht mehr bewegen, das Innenleben wird heiß und dadurch die Leistung des PC zurückgeschaltet", erklärt der Hardware-Experte von Computerbild. Sollten sich lange Haare um die Achse des Lüfters gewickelt haben, dann muss er von einem Fachmann ausgetauscht werden.

Was beim PC für erfahrene Computernutzer noch möglich ist, ist bei Laptop und Tablet allerdings Tabu. "Wenn hier das Gehäuse geöffnet wird, erlischt die Garantie", warnt Markus Tillmann, Hardware-Experte des Portals online-tarife.de, das auch elektronische Geräte testet. Bei Laptops und Tablets könne man deshalb nicht mehr tun, als die Geräte regelmäßig abzuwischen. Bei Tablets ist das keine Frühjahrsputzaktion, sondern eine lästige Daueraufgabe. Gegen die fettigen Fingerabdrücke hilft nur wischen, wischen, wischen.

Am besten eignen sich Tillmann zufolge dafür spezielle Mikrofasertücher. Beim Reinigen darf aber nicht zu starker Druck ausgeübt werden. "Im schlimmsten Fall könnte das Display eingedrückt werden, so dass es unleserlich wird", warnt Tillmann. Sein Rat: Chemische Reinigungstücher sollten nur benutzt werden, wenn es sich um ein Produkt handelt, dass für ein bestimmtes Gerät vom Hersteller empfohlen wird. Und wer nicht weiß, ob sein Touchscreen aus Glas oder aus Kunststoff besteht, sollte auf jegliche chemische Reinigungsmittel verzichten, weil die darin enthaltenen Substanzen die Geräteoberfläche angreifen könnten.

Es gibt aber aus Sicht des Experten einen Härtefall, bei dem auch mal ein experimentierfreudiger Reinigungsversuch unternommen werden darf. Nämlich dann, wenn die Tastatur eines PC etwa durch umgekippten Kaffee oder Saft schon so verklebt ist, dass die Tasten klemmen und ohnehin nicht mehr richtig funktionieren. "Dann können Tasten auch vom Gehäuse abgesteckt und separat einige Zeit in ein Wasserbad gelegt werden, damit sich klebrige Überreste unter den Tasten auflösen", erklärt Computerbild-Experte Vieths. Danach muss die Tastatur allerdings vollständig austrocknen, bevor sie wieder benutzt werden darf. Das kann unter Umständen auch mal bis zu zwei Wochen dauern.