Fingernägel
"Unsere Fingernägel und der Zustand, in dem sie sind, beeinflussen unser gesamtes Wohlbefinden", meint Fachärztin Gisela Hubbes vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Deshalb rät die in Düsseldorf niedergelassene Hautärztin und Allergologin ihren Patienten, bei der Haut- und Handpflege immer auch an die Nägel zu denken. "Die scheinen zwar hart und robust, aber wie die Haut trocknen sie schnell aus und werden rissig und spröde, etwa wenn sie häufig mit Wasser Kontakt haben oder starken Stoßeinwirkungen ausgesetzt sind."

Damit sie sich über Nacht besser regenerieren, empfiehlt Hubbes, abends ein wenig Hand- oder Nagelcreme, "gern auch einen Tropfen Oliven- oder Babyöl" auf dem Nagel und vor allem auch über dem Nagelbett zu verreiben. Dieses sei für den Zustand der Nägel ausschlaggebend. "Hier entsteht der neue Nagel, und wenn hier ein Schaden entstanden ist, legt der Nagel davon noch lange Zeit Zeugnis ab." Zum Beispiel durch störende Querfurchen, die durch fehlerhafte Maniküre oder auch durch nervöse Ticks entstehen. "Wenn man zum Beispiel regelmäßig und mit großem Druck die Nagelhaut zurückschiebt, entstehen im Nagelbett Lufteinschließungen, die sich im wachsenden Nagel als Querfurchen oder weißliche Streifen bemerkbar machen."

Die Nagelhaut sollte nach Meinung von Nagelexpertin Hubbes ohnehin nicht zurückgeschoben oder gar -geschnitten werden. "Sie erfüllt eine ganz wichtige Funktion, denn sie schützt den besonders empfindlichen Übergang zwischen Nagel und Haut vor eindringenden Keimen." Werde sie beschädigt, komme es dort schneller zu Austrocknungen oder Entzündungen. Wer seine Haut der Optik zuliebe partout zurückdrängen möchte, sollte sie vorsichtig mit einem stumpfen Gegenstand ein Stückchen, aber niemals ganz zurückschieben. Wer dennoch zur Schere greife, werde schnell feststellen: "Je mehr man schneidet, desto schneller wächst die Haut nach."

Häufig auftretende Längsfurchen schließlich seien "eine Alterserscheinung". Sie sei bedingt durch die Alter vorkommende unterschiedliche Dicke der Nägel. "Wer sich ernsthaft daran störe, könne sie vorsichtig mit einer in Drogerien erhältlichen Polierfeile glätten und zum Glänzen bringen. "Aber passen Sie auf, dass Sie den Nagel nicht zu dünn polieren."

Ebenfalls schädlich für den Nagel seien Nagellackentferner, die Aceton enthielten, das die Nagelsubstanz angreife. "Benutzen Sie möglichst acetonfreie Produkte", rät Hubbes, "und verwenden Sie einen farblosen Unterlack, damit nicht die Farbe des Oberlackes in die Nagelplatte dringen kann." Vom Nagelstudio angepasste Kunstnägel aus Harz seien nicht schädlich, bürgen allerdings das Risiko, dass darunter eine Pilzinfektion übersehen wird. "Man sollte das nur machen, wenn man rundum gesunde Nägel hat."

(dapd)