Reste von Schnee auf einer Wiese

Wie ist das zu erklären?

Gäbe es keine Wärmespeicherung im Boden oder im Wasser, dann wäre aufgrund der Strahlung der Tag der Wintersonnenwende im Mittel der kälteste Tag des Jahres.
 
Allerdings speichern Land- und Wassermassen die Wärme und geben sie im Laufe der Zeit wieder ab. Da Wasser eine höhere Wärmekapazität als das Land besitzt, dauert es länger, bis das Wasser keine Wärme mehr an die Luft abgeben kann. Daraus folgt: Im Bereich von Landmassen liegt der im Mittel kälteste Tag kurz nach der Wintersonnenwende, in einer Wasserumgebung dagegen deutlich später.

Deutschland liegt teils im unmittelbaren Einflussbereich des Wassers (Nordseeinseln), teils in einer Übergangszone zum reinen Kontinentalklima Osteuropas mit den Weiten Russlands. Wenn man sich innerhalb Deutschlands von Südost nach Nordwest bewegt, müsste sich die kälteste Phase zeitlich nach hinten verschieben. Gleichzeitig sollte sich der Frost abschwächen. Wärmere Temperaturen Richtung Norden erscheinen zunächst paradox zu sein. Das kann man aber mit der erwärmenden Wirkung der Nordsee erklären.

Gehen wir nun von der Theorie zu den Messungen über. Um nicht von zufälligen Tagesschwankungen abhängig zu sein, wurden für die Auswertung die Mittelwerte von fünf Tagen zusammengefasst und auf den mittleren der fünf Tage bezogen.
Die tiefsten Temperaturen werden zwischen dem 8. und 11. Januar erreicht, nur in Richtung Meer verschiebt sich der Zeitraum etwas nach hinten. Sie sehen also, die im Mittel kältesten Tage des Jahres haben wir bereits im größten Teil Deutschlands bereits hinter uns. Auf den Inseln allerdings liegt die Periode maximaler Kälte erst im Laufe des Februars. Dann ist die Nordsee am kältesten und kann die strengen Februarfröste, die mit dem Witterungsregelfall "Spätwinter" vielen im Gedächtnis sind, nicht mehr ausgleichen.
Die mittleren Temperaturen der Fünftagesperiode liegen im Südosten bei -4 Grad, in der Mitte bei -0,5; auf den Inseln im Januar bei +0,5, Mitte Februar bei -0,2 Grad.

Bergauf allerdings geht es nur bis zum Spätwinter, der in der Regel Mitte Februar eintritt. Dann sinken die fünftägigen Durchschnittstemperaturen bis auf die Bereiche entlang und westlich des Rheins im fünftägigen Mittel wieder unter die null Grad. Im Unterschied zum Januar sind wegen des deutlich höheren Sonnenstandes die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht bei Sonnenschein größer als 10 Grad und es herrscht normalerweise kein Dauerfrost mehr.