Der Allergiker-Schreck Ambrosia

Di 13.09.16 | 17:37 Uhr - Hannes Tobler
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Der Allergiker-Schreck Ambrosia
© dpa
Es ist wichtig, dass die giftige Ambrosia vernichtet wird, noch bevor sie in der Blüte ist.

Die über Vogelfutter und Saatgut eingeschleppte Ambrosia hat momentan Blütezeit. Sie sieht unauffällig aus, ist aber besonders für Allergiker hoch gefährlich!

Von Ende Juli bis Oktober blüht der Schrecken aller Pollen-Allergiker und Asthmatiker: Das Beifußblättrige Traubenkraut oder Ambrosia artemisiifolia! Ambrosia-Pollen sind ein aggressiver Eiweißcocktail, der nicht nur bei Allergiker Reaktionen auslöst, auch gesunde Menschen sollten den Kontakt mit der giftigen Ambrosia-Pflanze meiden. 

Hohes allergisches Potential und späte Blütezeit

Die Pollen der Ambrosia-Pflanze gehören zu den stärksten Allergieauslösern! Heuschnupfen-Geplagte beispielsweise reagieren mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent allergisch auf eine bereits geringe Ambrosia-Pollenbelastung. Die Allergie kann allergische Reaktionen der Augen und der Atemwege auslösen und im schlimmsten Fall auch zu Asthma führen. Der späte Blütezeitpunkt der Ambrosia bedeutet eine zusätzliche Belastung der Pollenallergiker durch eine Verlängerung der Pollenbelastung, wenn Gräserpollen nur noch in geringen Mengen fliegen.

Aber Achtung! Auch gesunde Menschen sind betroffen

Durch ihr allergisches Potential reizt die Ambrosia nicht nur Allergiker, sondern auch gesunde Menschen. Der Kontakt mit der Pflanze kann ohne Umwege zu Asthma oder Kreuzallergien mit Bananen und Melonen führen. 

Die Berührung mit den behaarten Stielen der Pflanze kann eine Kontaktallergie auslösen. Die giftige Ambrosia-Pflanze sollte niemals mit der Haut in Berührung kommen. Die Pflanze sollte nur mit Mundschutz und Handschuhen entfernt werden. 

Schlechte Stadtluft verstärkt die Allergie

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums in München haben herausgefunden, dass sich die allergischen Reaktionen von Ambrosia verstärken, wenn sie mit Stickstoffdioxid in Verbindung treten. Erhöhte Stickstoffdioxidwerte sind ein Problem, mit dem beinahe jede deutsche Stadt zu kämpfen hat. 

60.000 Samen und eine Milliarde Pollen 

Ist eine der giftigen Ambrosia-Pflanzen in der Blüte, kann sie bis zu einer Milliarde Pollen in die Luft freilassen. Die Pollen werden dann über den Wind bis zu 100 Kilometer weit verbreitet.  Die hochallergene Pflanze produziert 60.000 Samen, die bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben. 

Ambrosia melden!

Weil die Ambrosia für Allergiker so gefährlich ist, werden ihre Bestände erfasst und möglichst entfernt. Meldepflicht besteht für jede Person, die im Rahmen ihres beruflichen oder gewerblichen Umgangs mit Pflanzen oder Pflanzenerzeugnissen Kenntnis vom Auftreten oder dem Verdacht des Auftretens von Ambrosia erhält. Privatpersonen unterstehen dieser Meldepflicht nicht. Es wird allerdings empfohlen, den Pflanzenschutzdienst zu informieren. 

Wer in München beispielsweise eine Ambrosia sichtet, kann dies dem Referat für Gesundheit und Umwelt melden. Die Pflanze wird kostenlos entsorgt. Nicht nur die Allergiker werden Ihnen dankbar sein!

Neue Lebensräume dank Klimawandel

Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von Ambrosia. Es wird damit gerechnet, dass die Pflanze ihr Verbreitungsgebiet unter den künftigen Klimabedingungen weiter nach Norden und Nordosten Europas ausbreiten wird.

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