Schnee in den Bergen und auf den Bänken

So stellt sich die Frage, woher kommen die offiziell gemessenen Werte und wo liegt die Problematik in der Schneehöhenmessung? An personell besetzten Stationen gibt es in der Tat Beobachter, die mit einem Zollstock in der Hand in den Schnee hinaus stapfen und die Schneehöhe messen. Dazu wird viermal am Tag an fünf repräsentativen Punkten im Umkreis der Messstation die Schneehöhe bestimmt und danach gemittelt. Diese Art der Messung versucht, den Effekt von Schneeverwehungen zu berücksichtigen. Zudem ist nur bei manuellen Messungen auch die Bestimmung der Neuschneehöhe möglich.

Doch dies ist längst nicht mehr die einzige Messmethode. In Zeiten zunehmender Automatisierung ist es nur logisch, dass auch hier ein Verfahren entwickelt wurde, das die automatische Schneehöhenmessung ermöglicht. Dazu wird ein Ultraschallsensor verwendet, dessen Funktionsweise der Orientierung einer Fledermaus ähnelt. Ultraschallwellen werden von dem Sender ausgesendet, treffen auf die Schneeoberfläche, werden dort reflektiert und wieder vom Sensor registriert. Über die Laufzeit, die die Schallwelle braucht, kann die Schneehöhe berechnet werden. Allerdings bringt dieses Messverfahren auch Probleme mit sich, einerseits handelt sich um eine Punktmessung und somit werden Schneeverwehungen nicht berücksichtigt. Andererseits ergibt sich durch die Temperaturabhängigkeit der Schallgeschwindigkeit eine maximale Messgenauigkeit von +/- 2 cm. 

Aber selbst dieses Messverfahren gehört aller Voraussicht nach bald der Vergangenheit an. Ab kommendem Winter 2013/14 soll der
Ultraschallsensor durch einen LASER ersetzt werden. Damit wäre der Einfluss der Temperaturabhängigkeit hinfällig. Allerdings sorgen Schneeverwehungen, weiterhin für Ungenauigkeiten. Die Schneehöhenmessung bleibt also trotz aller Bemühungen im technischen Bereich weiterhin problematisch und die eigenen Beobachtungen werden auch in Zukunft von den in den Medien genannten Werten abweichen.
 
(dwd)