Bundesländer sollen Solarbranche stützen

Veröffentlicht: Do 17.05. | 17:46 Uhr - Ronald Porschke Bundesländer sollen Solarbranche stützen

Die Sovello GmbH mit 1.250 Mitarbeitern hatte am Montag wegen Zahlungsunfähigkeit den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen war 2005 als EverQ GmbH gegründet worden - einem Joint Venture der deutschen Q-Cells und der Evergreen Solar aus Marlboro in den USA.

Sachwalter spricht von herausforderndem Marktumfeld

Vom Amtsgericht Dessau-Roßlau wurde der Leipziger Rechtsanwalt Bernd Depping zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Depping werde die Geschäftsführung überwachen und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens prüfen, sagte ein Gerichtssprecher. Außerdem wurde ein vorläufiger Gläubigerausschuss eingesetzt.

Der vorläufige Sachwalter erklärte, wegen der technologisch sehr innovativen Produkte und der Marktposition von Sovello sehe er gute Gründe, die Firma in einem herausfordernden Marktumfeld sanieren zu können. Das Insolvenzgeld für Mitarbeiter solle bis einschließlich Juli vorfinanziert sowie Verbindung mit Lieferanten und Kunden aufgenommen werden. Depping versicherte der Belegschaft, er werde so zügig wie möglich prüfen, "ob und wie die Zukunft von Sovello nachhaltig wettbewerbsfähig gestaltet werden kann".

Wirtschaftsministerin Wolff appellierte an die Bundesregierung, sich für die von der Krise betroffene Solarbranche stark zu machen. Der Bund sollte auch nach Lösungen für die Firmen suchen, die unter dem internationalen Preisverfall litten. Wolff forderte das Bundeswirtschaftsministerium zum Handeln auf. Es könne die Ideen der Länder unterstützen und mit zur Rettung von Unternehmen beitragen.

Sachsen-Anhalt hatte sich nach Angaben von Wolff mit erheblichen Fördermitteln und Darlehen der Investitionsbank am Aufbau der Solarbranche beteiligt. Bei Sovello gehe es um Beträge in zweistelliger Millionenhöhe.

Wissen soll nicht verloren gehen

Vor allem müssten die Bereiche Forschung und Entwicklung gesichert werden, sagte die Ministerin. Das Aus für Firmen und Produktionsdrosselungen dürften nicht zum Verlust von innovativem Wissen führen. Das müsse in Deutschland erhalten bleiben, um die Solarindustrie nicht dauerhaft von der Entwicklung abzukoppeln.

Für den Leiter des Berliner Zentrums für Solarmarktforschung, Wolfgang Hummel, kommt die Pleite von Sovello "nicht überraschend". Der Kostenwettbewerb in der Branche sei brutal, sagte er in einem Radiointerview. China überschwemme den Markt mit Solarzellen, die oft mithilfe deutscher Technologie hergestellt würden.


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