Meteorologe DWD (dapd)
Heute in 4 Monaten ist es schließlich wieder so weit, der Heilige Abend steht vor der Tür.
 
Noch bevor er zu Wort kommt führe ich ihm lang und breit aus, dass es dafür etwas zu früh sei. Aber rein statistisch muss man davon ausgehen, dass es wohl eher eine grüne, bzw. braune Weihnacht geben wird. In nur einem von 10 Fällen liegt nämlich an den Weihnachtsfeiertagen Schnee in Deutschland.
 
Dann muss ich Luft holen. Das nutzt er zu der Frage: Nein, nein, nicht wegen des Weihnachtswetters rufe er an, sondern wegen des Sommerwetters.
 
Ach so, sage ich enttäuscht, darüber haben ja schon alle anderen Kollegen geschrieben. Ist doch längst schon wieder out. Durchwachsen war er, na ja, so ein typisch durchschnittlicher Sommer halt in Deutschland. Wer in den falschen Wochen seinen Urlaub gebucht hatte, und dies war meist in den Monaten Juni und Juli der Fall, bei dem war es kühl und verregnet, je nach Urlaubsort in Mitteleuropa. Im August und vor allem Anfang September hingegen war es vielfach freundlich und zum Teil auch noch sehr warm.
 
Aber das Weihnachtswetter, das wäre doch ein echter Brüller gewesen.
 
Schließlich hat die Vorweihnachtszeit schon begonnen. In den Supermärkten sind die ersten Dominosteine und Lebkuchen zu finden und auch der eine oder andere Weihnachtsmann schmilzt bei noch wenig winterlichen Temperaturen so langsam vor sich hin. Lediglich das endlose Gedudel von Weihnachtsliedern vermisse ist noch und auch die Lichterketten sind bislang nur spärlich zu beobachten.
Warum dann nicht auch einmal beim Wetter ganz vorne mitspielen. Mich wundert es ohnehin, dass nicht schon längst irgend so ein Langfristpabst und Weltverbesserer, von dem man allerdings kaum noch etwas hört, wenn das vorhergesagte Wetter dann wieder einmal nicht eingetroffen ist, sich schon möglichst auf jeden einzelnen Feiertag festgelegt hat.
 
Wie wäre es mit einer Schneewahrscheinlichkeit von 50%. Da ist es dann ja völlig egal, wie das Wetter am Weihnachtsfest ausfallen wird.
Mit der Hälfte liegt man auf jeden Fall auf der richtigen Seite.
 
Nach so vielen Ausführungen war es dem Journalisten dann doch zu viel. Er bedankte sich höflich und schloss das Gespräch.
 
Schade eigentlich. Ich hätte ihm gern noch mehr von Statistik erzählt. So wird er aber sicherlich -wie alle anderen seiner Zunft- etwa 10 Tage vor dem Fest anrufen und fragen, wie das Wetter wird.
 
Und spätestens am 27.12. ist das Interesse daran dann auch wieder verflogen. 
 
(Quelle: DWD)
 
Kai hat es dennoch gewagt und und schon mal einen Blick auf das Weihnachtswetter 2012 geworfen. Viel Spaß damit ;)