Eislaufen auf gefrorenem See: Ab welcher Eisdicke kann man Eis betreten?

- Bettina Harter - Quelle: DRK
Im Eis eingebrochen: Frau und Hund im letzten Moment gerettet
Initialisierung des Players
fehlgeschlagen!
Bitte aktivieren Sie Flash!
Kontakt & Support
 

Wenn die Temperaturen länger unter dem Gefrierpunkt liegen, frieren kleine Weiher und Seen zu. Kann man das Eis ohne Gefahr betreten? Das solltest du wissen.

Sinken die Temperaturen im Winter für mehrere Tage unter den Gefrierpunkt, dann dauert es meist nicht lange und die ersten Gewässer beginnen, eine dünne Eisschicht an ihrer Oberfläche auszubilden.

Doch eine dünne Eisschicht trägt noch lange keinen Menschen, geschweige denn ganze Gruppen von Menschen, die sich beispielsweise zum Eisstockschießen oder Schlittschuhlaufen treffen. Oft werden die Dicke und die damit verbundene Stabilität der Eisschicht unterschätzt und es kommt zu Unfällen, im schlimmsten Fall zu Todesopfern.

Ab welcher Eisdicke kann man gefahrenlos auf das Eis gehen? 

Eine hundertprozentige Sicherheit ist bei realistischen Bedingungen in der Natur niemals gegeben! Begibt man sich auf eine Eisfläche, kann es auch bei einer dicken Eisschicht passieren, dass sie einbricht. Unterirdische Quellen, Strömungen oder ein warmer Zufluss lassen die Eisdicke variieren.

Laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist das Betreten von Eis erst sicher, wenn das Eis eine mindestens 15 cm dicke Eisschicht aufweist. Das gilt für stehende Gewässer wie Seen oder Teiche.

Bei fließendem Gewässer ist das Betreten der Eisschicht sogar erst ab 20 Zentimetern Dicke sicher, erklärt das DRK.

Faustregeln beim Betreten von gefrorenen Gewässern

Wie belastbar eine Eisdecke ist, hängt fast ausschließlich von ihrer Dicke ab. Grundsätzlich gelten folgende Faustregeln für die Tragfähigkeit der Eisschicht:

  • Ab 15 cm: Einzelne Personen oder kleine Gruppen bei stehenden Gewässern
  • Ab 20 cm: Einzelne Personen oder kleine Gruppen bei fließenden Gewässern

Bei einem plötzlichen Temperaturanstieg oder Tauwetter können selbst dicke Eisschichten ihre Stabilität binnen weniger Stunden verlieren!

Wie kalt es in den kommenden Tagen wird, zeigen wir dir in diesem Wetter-Video: 

Richtiges Verhalten beim Betreten einer Eisfläche

Das Wichtigste ist, dass man nie alleine eine Eisfläche begeht. Eine Begleitperson kann bei einem Einsturz lebensrettend sein! Eisflächen, die nicht offiziell freigegeben sind, sollten aber keinesfalls betreten werden. Nur bei offiziell freigegebenen Eisflächen kannst du sehr sicher sein, dass das Eis dein Gewicht auch trägt.

Entstehen beim Betreten des Eises Risse oder das Eis knackt an verschiedenen Stellen, dann ist das Eis noch nicht dick genug. Das DRK empfiehlt hier, sich sofort flach hinzulegen, um sein Gewicht zu verteilen. In dieser liegenden Position sollte man dann langsam Richtung Ufer robben.

Wie verhält sich der Körper bei einem Einsturz?

Sollte es trotz getroffener Vorsichtsmaßnahmen zu einem Einbruch kommen, besteht für das Einsturzopfer unmittelbare Lebensgefahr. Die Atmung nimmt enorm zu. Innerhalb von ein paar Minuten wird die Blutversorgung in die Extremitäten vom Körper eingestellt und die Hände werden taub und unbeweglich.

Der Körper befindet sich bereits unmittelbar nach dem Einsturz an seinen Belastungsgrenzen. Die Folgen: Hyperventilation und Atemnot, Panik, massive Erhöhung der Herzfrequenz und im Extremfall sogar Herzstillstand. Dieser gefährliche Zustand kann mehrere Minuten andauern und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Auswertungen von verschiedenen Unfällen haben ergeben, dass 40 Prozent der Eingebrochenen die ersten 15 Minuten nicht überleben. Daher ist schnelle Hilfe enorm wichtig. 

Tipps wie man einen Einsturz überlebt und wieder an Land kommt

Am wichtigsten ist es, nicht in Panik zu verfallen - einfacher gesagt als getan.

"Wer einbricht, sollte die Arme schnell ausbreiten, um ein Untertauchen unter das Eis zu verhindern. Breche danach das Eis in der Richtung, aus der du gekommen bist, so lange ab, bis es wieder dicker wird. Versuche dann, sich auf die Eisoberfläche zu rollen und kriechend zurück an Land zu gelangen", erklärt Andreas Paatz, Bundesleiter der DRK Wasserwacht.

Falls man jedoch nicht weit vom Ufer entfernt ist, gibt es eine weitere Methode: Man ist sein eigener Eisbrecher und bahnt sich den Weg bis zum rettenden Ufer. 

Ist das Loch noch sehr klein, empfehlen die Experten, dass man seine Füße zu Hilfe nimmt. Man streckt die Beine heraus und versucht sich gleichzeitig mit Armen und Beinen aus dem Wasser zu drücken. Kommt man aus dem Einbruchloch heraus, dann bitte nicht aufstehen, sondern langsam Richtung Ufer robben und rollen.

Richtiges Verhalten bei einer Rettung

Wie eine erfolgreiche Rettung einer Person, die in einen zugefrorenen See eingebrochen ist aussieht, zeigt dir das Video zu Beginn des Artikels.

Beobachtest du einen eingebrochenen Menschen oder ein eingebrochenes Tier, dann suche zuerst Hilfe oder verständige den Notruf! Auf keinen Fall alleine zur Unfallstelle gehen und versuchen, das Opfer mit der Hand herauszuziehen.

Stattdessen rettest du die eingebrochene Person mit Hilfe anderer und am besten mit einer Leiter, einem Brett oder einem umgedrehten Schlitten, um das Gewicht zu verlagern.

Ist die Rettung geglückt, sollte dennoch sofort einen Notarzt gerufen werden. Eine Unterkühlung kann auch im Nachhinein noch lebensbedrohlich sein! Bis der Notarzt eintrifft, solltest du den Geretteten mit Decken, trockenen Kleidern und/oder in einem beheizten Raum wieder aufwärmen. Gut sind heiße, zuckerhaltige Getränke.

Empfehlungen der Redaktion zum Thema: Winter

Zur Artikelübersicht
Dieser externe Inhalt steht leider nicht zur Verfügung, da er nicht kompatible Elemente (z. B. Tracking oder Werbung) zum ContentPass-Abo enthält.
Nach oben scrollen