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Von einer Kaltfront spricht man, wenn in der gesamten unteren Atmosphäre (Troposphäre) eine wärmere Luftmasse durch eine kältere ersetzt wird. Auf den Wetterkarten finden wir sie als schwarze Kurven mit Dreiecken in Zugrichtung, bei farbiger Darstellung als blaue Kurven meist ohne Dreiecke. Diese Linien zeigen den Bereich an, an dem ein Beobachter in Bodennähe die Front zur Kenntnis nimmt.
Im Winter kann es allerdings passieren, dass sich unter andauerndem Hochdruckeinfluss durch die nächtliche Ausstrahlung am Boden ein Kaltluftsee bilden kann. In diesem See kann durchaus die Hälfte Deutschlands liegen und nur die Berge ragen über ihn hinaus. Sie erscheinen im Satellitenbild als schwarze Flecken in der weißen Hochnebelsuppe. Dann ist es, entgegen der üblichen Temperaturabnahme mit der Höhe, am Boden kälter als beispielsweise in 1500 Metern.
 
Wird diese sogenannte Inversionswetterlage von einer Kaltfront beendet, so kann folgendes passieren:
 
Die Kaltfront hat sich irgendwo ausgebildet und hinter ihr ist es überall kälter als vor der Front.
Erreicht die Front den Kaltluftsee, wird es oberhalb des Sees hinter der Kaltfront kälter. Gleichzeitig wird der Kaltluftsee durch die Turbulenzen, die sich mit einer Kaltfront einstellen, weggeschafft. Ist aber die Luft hinter der Kaltfront wärmer als die des Kaltluftsees, wird es dort hinter der Kaltfront wärmer. Die Kaltfront täuscht also für den Beobachter im Kaltluftsee eine Warmfront vor, weshalb man ihr die Eigenschaft maskiert andichtet. Wir haben es also mit einer "Maskierten Kaltfront" zu tun.
 
dwd/öt