Der Wald-Knigge - so benimmt man sich im Grünen

Veröffentlicht: Sa 27.08. | 03:09 Uhr - Renate Molitor
Diese Infos jetzt teilen:
Der Wald-Knigge - so benimmt man sich im Grünen

Das sind viele gute Gründe, ihn zu schützen. Wer einige Dinge beherzigt, kann dazu beitragen.

Die meisten Menschen zieht es für einen Spaziergang in den Wald, fast überall gibt es ausgebaute und beschilderte Wanderwege. "Doch auch Querfeldeinwandern ist grundsätzlich erlaubt - mit wenigen Einschränkungen", sagt Julia Hoffmann von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Verbote werden in der Regel durch Einzäunungen oder Beschilderungen angezeigt. Waldgebiete werden aus unterschiedlichen Gründen für Besucher gesperrt. Dazu gehören nach Hoffmanns Aussagen der Naturschutz, forstliche Aspekte, Holzfällungen oder die Jagd.

Können Wanderer sich im Wald größtenteils frei bewegen, gelten für Radfahrer andere Regeln: Sie müssen auf den Wegen bleiben. "Nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt soll dadurch geschützt werden, sondern auch der Waldboden", sagt die Expertin. Vor allem Mountainbiker können Rillen hinterlassen, die Erosion begünstigen. Für sie wurden in vielen Regionen spezielle Mountainbike-Strecken angelegt.

Wer ein Picknick plant und Grillwürstchen im Gepäck hat, sollte sich über ausgewiesene Feuerstellen informieren. Sie sind häufig auf Karten vermerkt oder können bei den Touristinformationen erfragt werden. "Nur an diesen ausgewählten Plätzen darf man ein Feuer entzünden, an allen anderen Stellen ist es ausdrücklich verboten", sagt Hoffmann. Auch auf Lichtungen, Wiesen oder an Seen. Aus gutem Grund: Die Waldbrandgefahr sei für einen Laien kaum einzuschätzen, sagt Hoffmann. Und sie bestehe, anders als viele glauben, nicht nur im Sommer: "In den letzten Jahren treten Waldbrände auch vermehrt im Frühjahr und Herbst auf", sagt die Expertin. Auch in diesen Zeiten gebe es inzwischen längere Trockenperioden, was vermutlich auf den Klimawandel zurückzuführen sei.

Der Wald ist für Tiere ein wichtiges Rückzugsgebiet. Besonders jetzt im Frühjahr sind sie auf rücksichtsvolles Verhalten der Besucher angewiesen. "Von April bis Juni ist Brut- und Setzzeit, Störungen sorgen jetzt für besonders viel Stress", sagt Hoffmann. Man sollte deshalb auf den Wegen bleiben, keinen Lärm machen und Abstand zu den Tieren halten, damit ihnen genug Energie für die Aufzucht der Jungen bleibt.

Auch die Winzlinge unter den Waldbewohnern verdienen Respekt. Vor allem Ameisen leiden unter allzu neugierigen Spaziergängern. Es kann sehr spannend sein, das Getümmel rund um einen Ameisenhaufen zu beobachten - mit einem Stock darin herumstochern sollte man jedoch nicht. Das kann die Brut schädigen und ist für die emsigen Ameisen purer Stress. "Sie sind sehr wichtig für den Wald, weil sie zum Beispiel Baumschädlinge wie den Borkenkäfer fressen", sagt Hoffmann, und so helfen, deren Population in Schach zu halten.

Diese Infos jetzt teilen:
Zur News-Übersicht Freizeit
Nach oben scrollen