Zum Blutsaugen suchen sie sich bevorzugt feuchtwarme Körperpartien wie z.B. Achselhöhlen oder Kniekehlen aus. Der Saugvorgang kann dann bis zu 10 Tage dauern. Ist die Zecke nicht durch Viren oder Bakterien infiziert, bleibt lediglich eine kleine gerötete und juckende Bissstelle zurück. Da der Speichel der Zecke auch betäubende Substanzen erhält, bleiben etwa die Hälfte aller Zeckenbisse unbemerkt.

Borreliose

Die häufigste in Europa übertragene Infektionskrankheit durch Zeckenbisse ist die Lyme-Borreliose, die durch das so genannte Borrelia- Bakterium ausgelöst wird. Schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Menschen erkranken jährlich an Borreliose.

Symptome:

Eines der wenigen charakteristischen Symptome ist das sogenannte Erythema migrans, auch Wanderröte genannt. Diese ringförmige Hautrötung wird einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle aber auch an anderen Körperstellen beobachtet. Allerdings muss das Erythema migrans nicht bei allen Borreliose-Patienten auftreten.

Im frühen Stadium einer Borreliose werden neben dieser typischen Wanderröte auch Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber- und Kopfschmerzen beobachtet. Später, im sogenannten Stadium 2, können die verschiedensten Symptome von Hirnhautentzündung über starke Schmerzen, bis hin zu Herzproblemen auftreten. Relativ häufig wird bei Borreliose eine Gesichtslähmung (Facialisparese) beobachtet. Aber diese kann auch bei anderen Erkrankungen auftreten.

Im chronischen Spätstadium der Borreliose werden häufig Gelenkentzündungen (Arthritiden) oder die sogenannte Pergamentpapierhaut (Acrodermatitis chronica atrophicans) beobachtet.

FSME

Seltener, jedoch wesentlich komplikationsreicher, ist die Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME). Die FSME ist eine virale Erkrankung des zentralen Nervensystems, deren Erreger, das FSME- Virus, in erster Linie von Zecken übertragen wird. In Deutschland erkranken jährlich über hundert Menschen an FSME.

Symptome: FSME beginnt dann zunächst mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, wie eine Sommergrippe. Unter Umständen ist die Erkrankung damit auch schon wieder überstanden. Bei einem Teil der Infizierten befällt das Virus jedoch das zentrale Nervensystem.

Die mildeste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Sie geht mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit einher. Eine Hirnhautentzündung heilt in aller Regel nach einigen Tagen folgenlos aus.

Eine schwerere Form der FSME ist die Gehirnentzündung (Meningoenzephalitis). Hier sind nicht nur die Hirnhäute, sondern das ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen. Es kann neben den Symptomen einer Hirnhautentzündung unter anderem zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu psychischen Veränderungen oder bestimmten Lähmungserscheinungen kommen.