35 Grad im Schatten - und die Nase läuft. Auch Gluthitze schützt nicht vor einer Erkältung. Tropische Temperaturen können dazu führen, dass die Sommergrippe um sich greift. Schuld ist die zunehmende Verbreitung von Klimaanlagen in Büros, Autos Wohnräumen und Hotelanlagen. Der häufige Wechsel zwischen klimatisierten Räumen und der Sommerhitze auf der Straße, am Strand oder nicht klimatisierten Räumen schwächt das Immunsystem. Die Viren, die im Winter für Grippewellen sorgten, sind schließlich "auch im Sommer da".

Aber auch falsche Kleidung kann zu einer Sommergrippe beitragen. Wer nachts ohne Decke oder unbekleidet schläft, der kühlt besonders schnell aus - und schnell wacht man nächsten Morgen mit Kratzen im Hals auf. Besser ist ein Schlafanzug, der die Feuchtigkeit vom Schwitzen aufnimmt, damit sie nicht beim Verdunsten die Haut auskühlt.

Wissenschaftlich ist das Phänomen Sommergrippe bislang nicht genau untersucht. Es ist kein klinisch oder medizinisch sauber definierter Begriff. Viele Erreger, angefangen vom Auslöser des gefährlichen Dengue-Fiebers über Legionellen, bis hin zu Masern werden für eine Sommergrippe-Diagnose verantwortlich gemacht.

Die eigentlichen Erreger sind aber hierzulande die Gruppe der Enteroviren. Sie werden vorwiegend fäkal oder oral übertragen, Tröpfcheninfektionen sind ebenfalls möglich. Als Vorsichtsmaßnahmen empfehlen sich häufiges und gründliches Händewaschen und gründliche Hygiene beim Verzehr roher Lebensmittel. Vor allem in Großstädten, wo in öffentlichen Verkehrsmitteln die Menschen bei großer Hitze dicht an dicht gepfercht sind, herrscht größere Ansteckungsgefahr.

Sommergrippe ist auch für Eltern ein Thema. Vor allem bei Brechdurchfall werde häufig fälschlicherweise verkeimtes Speiseeis als Ursache angenommen, und nicht auf die wirklichen Überträger geachtet: Viren, die sich in Mund, Nase, Rachen und Kehlkopf infizierter Menschen befinden, werden beim Sprechen, Atmen und vor allem Husten ausgestoßen. Bis zu drei, vier Meter weit könnten sich die Viren so in der Umgebung verteilen. Auf belebten Spielplätzen oder Schwimmbad-Liegewiesen haben es die Erreger besonders leicht, sich auszubreiten.

Meist ist die Sommergrippe harmlos

Die Sommergrippe ist zwar lästig, aber in der Regel harmlos und in zwei bis drei Tagen meist überwunden. Für gesunde Erwachsene und größere Kinder ist sie in der Regel völlig harmlos. Ältere, geschwächte Menschen, die oft zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, sind jedoch durch den Flüssigkeitsverlust gefährdet. Ganz besonders anfällig auf einen Flüssigkeitsverlust sind Säuglinge und Kleinkinder.

Bettruhe und genügend Trinken helfen dem Magen-Darm-Trakt, sich rasch wieder zu erholen. Sind die Durchfälle allerdings massiv und von Bauchkrämpfen begleitet, sollte man sie mit einem geeigneten Medikament stoppen. Hält der Durchfall trotzdem an, ist der Arzt zu konsultieren. Denn möglicherweise ist in diesem Fall nicht nur eine harmlose Sommergrippe Auslöser der Beschwerden.

Sobald der Tee nicht mehr erbrochen wird, darf langsam auch wieder etwas Festeres in den Magen. Zwieback oder Knäckebrot, ohne Butter, eignen sich besonders gut zum Anfangen. Zerdrückte Bananen oder ein roher, geriebener Apfel können folgen. Danach steht einer leichten, fettarmen Kost nichts mehr im Wege. Und nach ein paar weiteren Tagen lockt auch ein saftiges Schweinskotelett vom Grill wieder.