Erkältung und Sport

Sport tut gut, das ist altbekannt. Wer mehrmals pro Woche Ausdauersport betreibt, stärkt sein Immunsystem, solange dabei nicht übertrieben wird. Wer sich beim Ausdauersport noch locker unterhalten kann, macht es richtig. Zuviel Sport ist jedoch Mord. Übertreibt man es, kann es zu einer Schwächung der Immunabwehr und damit zur Erhöhung der Infektanfälligkeit kommen.

Die gute Nachricht vorweg: Bei einer Erkältung ohne Fieber kann man grundsätzlich Sport treiben, aber man sollte vorher seinen Arzt befragen, wie viel man sich zutrauen kann. Trotzdem gilt: Beim Training trotz Erkältung, steigt der Puls ungewöhnlich schnell an. Im ungünstigsten Fall breiten sich auch die Keime der Virusinfektion so weit aus, dass es zu einer Herzmuskelentzündung kommen kann. ABER: Bei Fieber oder erhöhter Temperatur ist jede sportliche Betätigung grundsätzlich verboten. Solche Belastung kann zu schwersten Komplikationen führen. Das gleiche gilt, wenn das Fieber unterdrückt wurde. Erst einige Tage, nachdem das Fieber abgeklungen ist, darf man wieder Sport treiben.

Also, lieber eine Sport-Pause einlegen, bis die Erkältung wieder weg ist.

Erkältung und Flugreisen

Das größte Problem beim Fliegen mit einer Erkältung ist der Druckausgleich im Mittelohr bei Start und Landung. Selbst ohne Erkältung klagen rund ein Drittel aller Passagiere im Flugzeug über Ohrensausen, Ohrenschmerzen oder vorübergehende Schwerhörigkeit.

Während der Startphase eines Flugzeuges sinkt der Kabinendruck rasch. Der hohe Druck im Mittelohr kann aber nur durch eine aktive Öffnung der eustatischen Röhre ausgeglichen werden. Ihr Zweck ist, im Mittelohr immer den gleichen Druck wie in der Außenluft herzustellen. Diese ist häufig durch eine Schleimhaut-Anschwellung behindert.

Noch schlimmer merkt man dies beim Abstieg - warum? Beim Abstieg wird der Luftdruck in der Kabine wieder höher. Der Druck im Mittelohr ist aber noch auf dem niedrigen Niveau. Der zunehmende Luftdruck in der Flugzeugkabine presst jetzt das Trommelfell nach innen und gleichzeitig die Ohrtrompete fest zusammen. Damit wird auch das Volumen der Gase geringer, es muss zusätzlich Luft vom Nasenrachenraum ins Mittelohr hineinkommen. Dieser Weg ist von Natur aus schon schwieriger als der umgekehrte Weg beim Aufstieg.

Was kann passieren?

Mögliche Komplikationen bei Nichtfunktionieren des Druckausgleichs: Druckgefühl und Ohrenschmerzen, Tinnitus, Schwerhörigkeit, Schwindel, Extremfall - Ruptur der runden Fenstermembran mit möglicher Innenohrschwerhörigkeit und Taubheit.

Wenn man nun doch fliegen muss?

Nasensprays benutzen: Wer mit Erkältungen fliegt, sollte das Flugbegleitende Personal bitten, eine halbe Stunde vor dem geplanten Abstieg Bescheid zu sagen. Zu diesem Zeitpunkt sollte Nasenspray benutzt werden. Dies führt zu einem Abschwellen der Schleimhäute und erleichtert den Druckausgleich. Für den Aufstieg ist das in der Regel nicht notwendig.

Spezieller Ohrenschutz: Ein spezieller Ohrenschutz aus der Apotheke bietet da Abhilfe. Er reguliert den Luftstrom und sorgt so für langsamen und kontinuierlichen Druckausgleich.