Asthma ist, im Vergleich mit der Rhinitis, eine wesentlich ernstere allergische Reaktion, deren Verlauf sogar tödlich enden kann. 5-10 Prozent aller Kinder leiden unter dieser Allergieform. Ein Drittel von ihnen ist nach der Pubertät jedoch beschwerdefrei.

Auch als Erwachsener ist man vor Asthma nicht sicher, denn 5-10 Prozent der Betroffenen entwickeln ihr Asthma erst im Erwachsenenalter. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, sogar mit 80 Jahren.

Man unterscheidet zwei Formen von Asthma. Die exogene Variante, bei der das verantwortliche Allergen eindeutig identifiziert werden kann und die endogene Variante, bei der diese Identifizierung nicht möglich ist.

Die Asthma-Symptome können durch eine Vielzahl unterschiedlicher Prozesse verursacht werden. Nur zum Teil werden diese durch die Aktivität des IgE-Antikörpers verursacht.

Das typische Kennzeichen dieser allergischen Reaktion ist eine Hyperaktivität der Atemwege. Im Vergleich mit Gesunden verengen sich die Bronchien von Asthmatikern bereits bei sehr geringen Dosen von Bronchokonstriktoren (Histamin oder Methacholin) und Schadstoffen (Ozon oder Tabakrauch). Körperliche Anstrengung und eine kalte trockene Luft können ebenfalls einen Asthma-Anfall auslösen.

Manche Asthmatiker entwickeln eine chronische, aber grundsätzlich reversible partielle Verlegung der unteren Luftwege. Hierbei handelt es sich um einen ähnlichen Mechanismus, wie er bei der allergischen Spätreaktion auftritt.

Die aus Mastzellen und eingewanderten basophilen Granulocyten freigesetzten Substanzen (Mediatoren) fördern zusammen mit toxischen Proteinen aus eosinophilen Granulocyten die Schleimproduktion. Sie schädigen das Gewebe, lassen die Zellwände der Atemwege anschwellen und verstärken vielleicht sogar die bronchiale Hyperaktivität (Überreaktion). Die Einatmung eines Allergens kann in diesem Fall dazu führen, dass die bereits teilweise verstopften Luftwege vollständig verschlossen werden. Das verursacht bei den Betroffenen eine akute Atemnot.