Eröffnung
Zunächst einmal wünsche ich Ihnen und Euch allen ein frohes, gesundes und glückliches Jahr 2013. Vielleicht geht es Ihnen auch so? Um den Jahreswechsel herum denkt man (zum Teil etwas melancholisch) zurück und überlegt, was war denn alles so in den vergangenen Jahren. Da meiner einer doch etwas stärker mit dem Wetter verbunden ist ;), kam mir auch in den Sinn über die jeweiligen Witterungscharakter der erlebten Jahreswechsel nachzudenken. Ein bisschen subjektiv gefühlt war: Wenn es um den Jahreswechsel kalt und winterlich war, war meistens der Winter was. War es jedoch mild, war auch im Großen und Ganzen der Winter nichts (Winter im Sinne von kalt, egal ob mit oder ohne viel Schnee).
aktuell
Die aktuelle Wetterlage.
 
Für all die, die den Start in 2013 in den Bergen verbracht haben – es waren unwahrscheinlich viele und ich – bot sich ein gigantischer Ausblick über ein Gänsehaut verursachendes Lichtermeer soweit das Auge reicht. Und das unter sternenklarem Himmel mit Mondschein. Ausnahmsweise hatte ich meine Kamera mal nicht dabei, was mich im Nachhinein wieder geärgert hat.
 
Erinnern Sie sich noch an den Jahreswechsel 2011/12? Dieser war vielerorts total verregnet und trüb. Und genau das kommt wieder, nicht zum Jahreswechsel, wohl aber zum Ausklang der Weihnachtsferien. Und um mal die Urteilslosigkeit dem Wetter gegenüber kurzzeitig ad acta zu legen: Schlimmer geht es (für Anfang Januar) nimmer!
 
Irgendwie hat sich in den vergangenen Jahren ein Wurm in den Witterungscharakter eines Jahres eingeschlichen. Die besten Winterlagen mit Durchzug einer Kaltfront samt etwas Nass von oben mit anschließendem Hochdruck gibt es im Frühjahr. Im Winter hingegen, wo diese Lagen optimal wären, herrscht wechselhaftes, nasses und mildes Wetter, was wiederum für das Frühjahr günstig wäre.
Im Sommer verhält es sich ähnlich. Die unbeständigen und kühlen Lagen, die an und für sich in den Herbst gehören, finden im Hochsommer statt und die besten Hochsommerlagen tief im Herbst, wenn die Freibäder zu haben und die Badeseen zu sehr ausgekühlt sind. Beispiele: Januar 2011 nach Hochwasser viel zu mild. Winter kam keiner mehr. Das Frühjahr war trocken und warm, der Hochsommer nass und kühl, später gab es große Hitze bis tief in den Herbst. Der Winter 2011/12 fiel fast vollständig ins Wasser mit Ausnahme der zweiwöchigen Monsterkälte in der ersten Februarhälfte. Im Anschluss ein anfangs launisches, dann sonniges und trockenes Frühjahr. Der Hochsommer war wieder herbstlich, ehe ab Mitte August der eigentliche Sommer bis tief in den Herbst kam…
WetterNiederschlag
Das Wetter der kommenden Tage inkl. der Niederschlagssummen bis Sonntag in Liter pro Quadratmeter.
 
Wie es um 2013 bestellt ist, werden wir in einem (nicht ganz ernst zu nehmenden) Ausblick der Wetterlagen der nächsten Monate in einem Video begutachten ;).
 
Und angesichts der uns bevorstehenden Wetterlage kann man gedanklich wirklich nur noch die Flucht nach vorne ergreifen. Der richtig kalte Winter wäre gar nicht mal so weit weg. Er liegt mit großer Kälte im Osten. Aber knapp daneben ist auch vorbei. Und dieses „gar nicht mal so weit weg“ bringt uns in eine der ungünstigsten Wetterlagen – wie schon erwähnt – die es um diese Jahreszeit geben kann:
Zwischen Tief ALFREDO über dem Nordmeer und Hoch XERXES über Südwesteuropa befinden wir uns in einer feuchten und milden Nordwestströmung. Einerseits fließt feuchte Meeresluft von Nordwesten her zu uns, die sich an den Bergen staut. Andererseits wird um dieses große Hoch herum sehr milde Luft vom Mittelatlantik über die Nordsee zu uns geführt.
 
Entsprechend präsentieren sich der Donnerstag und der Freitag nahezu in ganz Deutschland wolkenverhangen und trüb. Die Sonne zeigt sich äußerst selten – dies am ehesten kurz an den Küsten, am Donnerstagmorgen in den Alpen und am Freitagnachmittag mit etwas Glück von der Burundischen Pforte her im südlichen Oberrheingraben. Sonst aber heißt es Humor haben mit heiteren Gedanken! Dazu fallen zeitweise Regen und Nieselregen. Ergiebig sind die Regenfälle am östlichen Alpenrand und am Freitag zwischen Vorpommern und Sachsen, wobei es im Erzgebirgsstau ordentlich schütten wird. Mit einer Schneefallgrenze, die locker im Juli möglich wäre, schwemmt es auch in mittleren Lagen den Schnee weiter weg. Die Schneefallgrenze liegt bei knapp 1500 Meter Höhe im östlichen Alpenraum und etwas über 2000 Meter Höhe im westlichen Alpenraum. (Zu Beginn des Hochsommers 1996, im Juli, schneite es inneralpin bis 1000 Meter Höhe herab!)
Nä Wo
Die Wetterlage in der ersten Hälfte der neuen Woche.
 
Damit das Ganze auch nicht zu „langweilig“ wird, weht obendrein ein starker und sehr unangenehmer Westwind mit stürmischen Böen, am Donnerstag an der Ostsee auch mit Sturmböen! Am Donnerstag sind es noch „kühle“ 4 bis 12, am Freitag 6 bis 14 Grad. Wie gesagt, im Juli ist das auch möglich!
 
Am Samstag verlagert sich der Regen nach Südosten und wird schwächer. Nennenswerte Wolkenlücken mit etwas Sonne gibt es von der See her und im Südwesten. Der Wind lässt nur zögerlich nach. Mit 5 bis 12 Grad bleibt es für diese Jahreszeit viel, viel, viel zu mild.
Der Sonntag präsentiert sich vielerorts trüb durch tiefe Wolken und Hochnebel. Dazu fällt gelegentlich etwas Nieselregen. Größere Sonnenschein-Chancen bekommen wir in Küstennähe (besonders Nordsee) sowie von der Saarschleife bis zum Oberrhein und vom Hegau bis in den Chiemgau. Die Temperaturen ändern sich wenig und vor allem in der Nord- und Osthälfte weht ruppiger Wind.
 
Danach, sprich in der ersten Wochenhälfte der neuen Woche, zieht der Kern des Hochs nach Südosten und legt sich wie ein großer Ballon von Spanien über den Alpenraum bis Weißrussland über Europa. Eine ruhige Winterlage, die bei vorheriger Kälte und Schneedecke eine wahre Eiszeit auslösen würde.
So aber werden die Wolken weniger, der Wind schläft in der Mitte und im Süden ein und eine Inversionslage beginnt. Wenn die Wolken verschwinden, kühlt sich in den noch langen Nächten die Luft allmählich aus und es bilden sich Nebel und Hochnebel. Diese Nebelgebiete bleiben uns tagsüber oft erhalten. In den Bergen setzt sich sonniges und sehr mildes Wetter mit trockener Luft durch, gefühlt Frühlingsluft.
Im Norden streifen uns immer wieder Wolken von vorbeiziehenden Tiefs und es ist windig.
gemittelt 10
Die gemittelte Großwetterlage in 10 Tagen.
 
Die Temperaturen gehen bis Mittwoch zurück und pendeln sich tagsüber bei null bis 8, nachts bei plus 4 bis minus 4 Grad ein. Abseits von Dunst und Nebel wird es in mittleren Berglagen deutlich milder und mit Vogelgezwitscher könnten wir hier meinen, es sei fortgeschrittener März oder April, wenn die Sonne nicht so tief stehen würde!
 
Danach werden die (Wetter)Karten allmählich neu gemischt. Bis dato dürften wir das mildeste Wetter erst einmal hinter uns haben. Das Strömungsmuster verändert sich und – wie schon im letzten Video besprochen – geht es in Richtung „südliche Westlage“. Der Jetstream, der grob kalte und milde Luft trennt, verlagert sich weit nach Süden. Es wird wieder spannender beim Wetter. Wir verabschieden uns von Dauergrau und Wärme und starten… Ja, wohin starten wir eigentlich? Das ist die große Frage ;)! Es bleibt offen. Zwischen windig-mildem Südwestwetter im Vorfeld eines Tiefs mit anschließender Abkühlung und Schnee in den Bergen bis hin zur (eisig) kalten Ostlage ist alles offen. Nur eines scheint derzeit fast sicher: Nennenswerte Schneemengen, vor allem für das Flachland, sind nicht in Sicht!
 
Auch für die Wintersportgebiete wird es bitter! Ganz im Stil der schneearmen Mildwinter der 1990er Jahre werden die Wintersportmöglichkeiten zunehmend in die Hochlagen verbannt – und das nach dem schneereichen Winterauftakt im Advent!
gemittelt 15
Die gemittelte Großwetterlage in 15 Tagen.
Um den positiven Dreh zu finden: Lassen wir der Wetterküche nach Mitte Januar die Möglichkeit, den Winter zumindest in den Bergen wieder einziehen zu lassen, um rund um Karneval/Fasching bis Mitte Februar den Wintersportfans gute Schneemöglichkeiten zu bieten. Und wenn das nicht hinhaut, dann gibt’s da noch die Osterferien. Ganz nach dem Motto: Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee!
 
Nein, ganz so schlimm aus der Sicht eines Winter(sport)- und Schneefreundes ist es ja noch nicht. Die kommenden 7 bis 10 Tage haben zwar kein wirkliches Winterwetter auf Lager. In den jüngsten Modellberechnungen tauchte dafür aber wiederholt ein Weichen des Hochdrucks nach Westen auf. Mit einer Nordwest- bis Nordlage gäbe es dann zumindest im Berg- und Alpenvorland wieder Winterwetter samt Schnee und Frost…
 
(Alle Bilder/Grafiken: Kai Zorn)