Veröffentlicht
23.01.2013 | 04:00
Habe ich nicht in meiner zweiten Kolumne laut gebrüllt, dass
ich ja NIE krank werde???? Ha, das hatte ich nun davon! Von wegen Sport, Sauna
und gesunde Ernährung!
Manchmal hilft einfach alles nichts. Ob ich mich jetzt
bei jemand im speziellen angesteckt habe, oder einfach nur im riesigen Newsroom
brav nach Viren geschnappt habe, ist eigentlich auch egal. Jedenfalls hat es
pünktlich zum Wochenende angefangen.
Wann auch sonst?
Ich gehöre zu der Fraktion von Kranken, die erstens ungeduldig
ist und zweitens auch nicht auf die Bremse treten will. Jedenfalls so lange
nicht bis ich dazu gezwungen werde. Was dieses Mal der Fall war. Da helfen dann
auch alle Hausmittelchen nichts: Der Kopf ist dicht, das Fieber steigt und der
Körper fühlt sich an wie eine träge Wurst nach einem 30-minütigem Mikrowellenaufenthalt!
Ich möchte hier aber gar nicht groß weiterjammern, denn
meine Krankheitswoche war alles in allem einfach nur sehr langweilig- genau wie
das Fernsehprogramm! Hätte es das Dschungel Camp nicht gegeben, hätte ich
womöglich nicht mal was zu lachen gehabt. Ich habe die Kandidaten sogar um die
Hitze in Australien beneidet! Bei
Menge und Konsistenz des Essens waren die Camp Insassen und ich allerdings ungefähr
auf dem gleichen Level.
Irgendwann musste ich die Wohnung dann notgedrungen aber
doch verlassen und mir schlug ein eisiger Wind entgegen. Der Winter war also
doch noch zurückgekehrt. So was aber auch.
Und das mitten im Hochwinter! Die meisten von uns haben sich wohl schon an die
frühlingshaften Temperaturen der letzten Wochen gewöhnt. Ich möchte nur mal
ganz kurz an letztes Jahr erinnern. Da ging das Thermometer Anfang Februar auf
-20 Grad runter. Wir sollten den Winter also keinesfalls zu früh abschreiben.
Allerdings muss es gar nicht sooo kalt sein, um den gesamten
Flugverkehr in München lahm zu legen. Da denkt man doch, wenn eine Stadt den
Schnee im Griff hat, dann MÜNCHEN! Aber weit gefehlt.
Also von Anfang an: Ich bin letzten Donnerstag für den Dreh
meiner Video Kolumnen nach München geflogen. Zumindest hatte ich das vor! Ich
wollte morgens hin und abends wieder zurück. Aufgrund von Schneefall hatte mein
Flieger gleich mal eine Stunde Verspätung. Das machte mich aber noch nicht
wirklich nervös, denn so was muss man bei dieser Witterung ja einplanen. Als
ich dann in der verschneiten Landschaft gelandet bin, habe ich mich sogar noch
gefreut. Endlich mal wieder richtig viel Schnee. Und München wird gleich ganz
malerisch. Dieses Gefühl hielt aber nur bis zu dem Zeitpunkt, als ich ein Taxi
anhalten wollte!! Nur leider war so gut wie keins unterwegs, und wenn, dann
natürlich besetzt. Beherzt hab ich mich durch den Schnee gekämpft- leider wie
eine Schnecke, denn in mir
trugen ja immer noch Abwehrkräfte und Grippeviren zahllose Gefechte aus. Zu der
Zeit standen die Quoten noch bei 1:10 – der Vorteil lag also ganz klar auf
Virenseite. Und wer jetzt vor Schreck denkt, ich spreche über einen Fußmarsch
vom Münchener Flughafen in die Innenstadt, den kann ich beruhigen; ich war
mittlerweile schon via Flughafenbus in der Münchener City. TIPP Nr. 1:
Flughafenbus, sehr empfehlenswert und eigentlich die beste Alternative um in
die Innenstadt zu gelangen. Und im Sommer ruhig mal den Busfahrer auf ein
Kaltgetränk ansprechen. In den meisten Fällen findet man sich im wohl-klimatisierten
und nicht mehr durstigen Zustand auf einem der gemütlichen Sitze wieder. Aber
wir waren gerade ganz woanders: WINTER, GRIPPE!! Nun hatte ich also noch den letzten Rest der
Strecke zu bewältigen: zu Fuß! Eine
Strecke von 10 Minuten hat sich somit auf 25 Minuten ausgedehnt. Ich kam völlig
fertig, mit rasselndem Atem und komplett durchgeschwitzt im Sender an. Meiner
Maske sind erst mal die Augen aus dem Kopf gefallen, als sie mich in diesem
Zustand gesehen hat (wahrscheinlich hat sie sofort gewusst, wie viel Arbeit da
auf sie zukommt).
Den Rückweg zum Flughafen erspare ich euch, denn eigentlich
wird es sowieso erst jetzt spannend. Vor den Schaltern standen schon riesige
Schlangen von genervten Urlaubern. Getoppt wurde dieses Schauspiel nur noch von absolut aggro genervten -
ich nenne sie mal - Business Pendlern! Oha, da waren also doch einige
Flüge annulliert worden. In weiser Voraussicht war ich viel zu früh am
Flughafen und bin auch gleich zu den Gates gelaufen. Tipp Nr. 2: Wenn es eine Möglichkeit zur
Umbuchung gibt, dann hier! Und siehe da: Mein Flug wurde annulliert. Mit viel
Glück und noch mehr Penetranz habe ich es in eine andere Maschine geschafft.
Die hatte zwar 2 Stunden Verspätung, sollte aber immer noch früher gehen, als
meine Ursprüngliche. Juhu! Ich freute mich diebisch….noch!
Irgendwann war es auch wirklich soweit und wir wurden mit
einem Bus zur Maschine gekarrt. Kaum hatten wir unsere Sitzplätze eingenommen,
gab es auch gleich die erste Hiobsbotschaft: Starterlaubnis erst in 1,5
Stunden. Ich frage mich ja, ob die Flugbegleiterinnen einen Extrakurs in „Wie
gehe ich mit unverschämten Passagieren um“ machen müssen? Selbst ich hätte dem Typen neben
mir gerne eine übergebrezelt, vielleicht auch besser gleich zwei. (Das könnte übrigens der Grund sein,
warum ich keine Flugbegleiterin geworden bin). Und deshalb an dieser Stelle ein
Appell an alle „unverschämten“ Fluggäste: Ich weiß, man ist müde, kaputt und
will nach Hause, aber DAS WOLLEN WIR ALLE! Dennoch lassen eure cholerischen
Anfälle das Flugzeug bei Eisregen auch nicht schneller abheben. TIPP Nr. 3: Ich
als Wetterfee kann kein besseres Wetter herbeizaubern, und die Flugbegleiterinnen
können es ebenfalls nicht...also am besten einfach mal tief durchatmen!
Das Gezeter hat jedenfalls rein gar nichts bewirkt. Nach
gefühlten 3 Stunden wurde uns mitgeteilt, dass wir überhaupt nicht fliegen! Und
nochmals 40 Minuten später waren dann auch endlich Busse da, um uns wieder zum
Terminal zu bringen. Und das war´s dann! Ende, Aus, Schluss! Hotels waren alle
ausgebucht, die Warteschlangen an den Schaltern hatten mittlerweile „Heidepark Soltau – 30 Grad – Ferien –
Familientag – Holzachterbahn Kolossos“ Ausmaße angenommen und es gab keine
Möglichkeit mehr, mit der Bahn zu fahren. Es war schlicht und einfach ZU SPÄT!
Irgendwann machte sich dann auch bei mir Verzweiflung breit. Was macht man in
so einer Situation denn am besten? Schreien? Heulen? Telefonieren? Ach ja, hatte ich schon erwähnt,
dass mein Akku leer war? TIPP
Nr. 4: Am besten IMMER ein Ladegerät in der Tasche haben! Man weiß nie
was passiert.
Mein Energielevel, ähnlich dem des Handys, hat nicht mehr wirklich viel zugelassen
und somit habe ich mich auf die Couch bei Freunden gerettet. (Das hat mich übrigens eine weitere Stunde
gekostet, denn ich musste vom Flughafen wieder in die City). Zum Glück
haben mich meine Herbergsbesitzer mit dem Nötigsten ausgestattet, denn
eigentlich hatte ich keine Übernachtung in München geplant (und deshalb auch so
gut wie nichts dabei, uuaaahhh).
Die Lust aufs Fliegen war mir jedenfalls vergangen und ich
habe mich entschieden, am nächsten Morgen lieber 6 Stunden in der Bahn zu verbringen und auf diesem
Weg nach Hamburg zu gurken! Im Nachhinein eine gute Idee: Auch morgens wurden
wieder viele Flieger gestrichen und in Hamburg hat das Bodenpersonal gestreikt.
Mein Fazit für den nächsten Aufenthalt Ende Januar in
München: Gleich mit der Bahn fahren! Auf dieses Theater und einen ungewollten,
mehrtägigen Ausflug habe ich einfach kein Lust mehr! Wer weiß wann der Winter das nächste Mal
zuschlägt? TIPP Nr. 5: Wer krank ist, sollte einfach
im Bett bleiben!!!
Eure Anneke